Orthopädie und Unfallmedizin


Wirbelsäule, Brustkorb und Bauch

Bandscheibenverwölbung und Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorwölbung (Protrusio) und Bandscheibenvorfall (Prolaps). Verlagerung oder Austritt von Bandscheibengewebe in den Wirbelkanal, häufig verbunden mit Schmerzen und neurologischen Symptomen durch Druck und Einengung des dort befindlichen Nervengewebes. Bandscheibenvorwölbung und -vorfälle ereignen sich vor allem im mittleren Lebensalter, 2/3 betreffen die Lendenwirbelsäule, 1/3 die Halswirbelsäule. Ursachen sind vor allem degenerative Veränderungen der Bandscheiben, wobei der natürliche, altersbedingte Verschleiß von Risikofaktoren wie Übergewicht, sitzender Lebensweise und mangelnder Bewegung begünstigt wird. In sehr seltenen Fällen kann es allerdings auch bei Unfällen zu Bandscheibenvorfällen kommen.

Die Behandlung erfolgt meist zunächst konservativ mit Schmerzmitteln und Krankengymnastik. Treten aber Lähmungserscheinungen oder Kontrollverlust über Wasserlassen und Stuhlgang auf, handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der im Krankenhaus behandelt werden muss. Die Therapie reicht dann von Kortisoninfusionen über Entfernung des störenden Bandscheibengewebes (durch offene Operation, Laserabtragung, chemische Auflösung) oder Versteifungsoperationen bis hin zum Einsatz von Bandscheibenprothesen.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Lokale Nacken- oder Rückenschmerzen ohne Ausstrahlung (bei leichter Ausprägung)
  • Lokale Schmerzen mit – meist einseitigen – Ausstrahlungen in Arm oder Bein
  • Verstärkung der Schmerzen durch Niesen, Pressen, Husten
  • Taubheit und Lähmungen in Arm oder Bein (beim Bandscheibenvorfall)
  • Kontrollverlust über Wasserlassen und Stuhlgang (Kaudasyndrom) und/oder Gefühlsstörungen (Kribbeln oder Taubheit) an der Oberschenkelinnenseite und um den After (Reithosenanästhesie).

Wann zum Arzt

Nach 1–2 Wochen bei

  • lokalen Schmerzen ohne Ausstrahlungen.

Innerhalb weniger Tage bei

  • leichter anhaltender Taubheit in Arm oder Bein.

Sofort bei

  • Lähmungen oder ausgedehnter Taubheit in Arm oder Bein
  • Verlust der Kontrolle über Blase und Darm.

Die Erkrankung

Krankheitsentstehung

Bandscheibendegeneration. Häufigste Ursache von Bandscheibenvorwölbung oder -vorfall ist eine verschlissene Bandscheibe. Bandscheiben bestehen aus einem derben Faserknorpelring (Anulus fibrosus) und einem zentral eingelagerten Gallertkern (Nucleus pulposus). Durch Alterungsprozesse entstehen Risse im Faserknorpelring. Wenn Teile des Gallertkerns in die Risse eindringen, führt dies zu einer Vorwölbung (Protrusion) oder Aussackung (Vorfall, Prolaps) des Faserknorpelrings in den Wirbelkanal. Begünstigt werden Vorwölbung und Vorfall degenerierter Bandscheiben durch Risikofaktoren wie z. B.

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel und untrainierte Rückenmuskulatur
  • Langes Sitzen
  • (Falsches) Heben von schweren Gewichten
  • Wirbelsäulenverkrümmungen wie Skoliose oder Hohlkreuz.

Bandscheibenverletzungen. Zu einem akuten Riss des Faserknorpelrings und dem Austreten von Bandscheibengewebe in den Spinalkanal kommt es in seltenen Fällen auch durch Verletzungen, beispielsweise bei Unfällen oder Extrembelastungen im Leistungssport.

Klinik

Wenn eine vorgewölbte oder vorgefallene Bandscheibe benachbarte Nerven einengt, verursacht das Schmerzen und neurologische Symptome, z. B. Gefühlsstörungen wie Taubheit und Kribbeln oder Lähmungen (Muskelschwäche) in Armen oder Beinen. Aus den betroffenen Körperarealen lässt sich schließen, welcher Nerv gereizt ist und auf welcher Höhe der verantwortliche Bandscheibenvorfall liegt.

Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich. Werden Rückenmark und Nerven im Bereich der Lendenwirbelsäule eingeengt, kommt es zunächst zu Schmerzen im unteren Rücken (Kreuzschmerzen), später strahlen die Schmerzen dann einseitig in Gesäß und Bein der betroffenen Seite aus und ziehen häufig bis über das Knie in Richtung Wade. Da sich der Schmerz oft entlang des Ischiasnervs (Nervus ischiadicus) ausbreitet, spricht der Arzt auch von einer Ischialgie. Daneben leiden die Patienten unter Missempfindungen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl. Möglich sind auch Gangstörungen, z. B. können Betroffene nicht mehr auf den Zehenspitzen stehen oder den großen Zeh strecken.

Im untersten Bereich der Wirbelsäule kann ein Bandscheibenvorfall auch ein Kaudasyndrom auslösen (benannt nach dem betroffenen Nervenbündel, der Cauda equina). Hier kommt es zu

  • Kreuzschmerzen
  • Lähmungserscheinungen der Unterschenkel- und Fußmuskeln
  • Unwillkürlichem Abgang von Urin oder Stuhl in Folge einer Lähmung der Blasen- und Aftermuskulatur
  • Gefühlsstörungen im Bereich des Damms.

Hinweis: Ein Kaudasyndrom ist immer ein Notfall und muss so schnell wie möglich neurochirurgisch behandelt werden.

Bandscheibenvorfall im Hals- oder Brustwirbelbereich. Liegt der Vorfall im Bereich der Halswirbelsäule, entwickeln sich Schmerzen, Gefühlsstörungen, Kribbeln und Taubheitsgefühle in Nacken, Schulterbereich, Armen und Händen. Zusätzlich kann es durch nachlassende Muskelkraft zu einer Schwäche bis Lähmung der Arm- und/oder Handmuskeln kommen. Ist die Brustwirbelsäule betroffen, schmerzen meist oberer Rücken und/oder die Rippenbögen.

Hinweis: Symptome einer Nerveneinengung wie plötzliche Gefühlsausfälle, Lähmungserscheinungen oder der Verlust der Darm- und Blasenkontrolle machen einen Bandscheibenvorfall zum Notfall. Unbehandelt drohen dauerhafte Nervenschäden, die später chronische Schmerzen sowie bleibende Gefühlsstörungen und Lähmungen verursachen. Deshalb ist es erforderlich, rasch einen Arzt aufzusuchen und mit der Behandlung zu beginnen. Leicht geschädigte Nerven erholen sich eventuell wieder im Verlauf mehrerer Monate.

Diagnosesicherung

Der Arzt befragt den Patienten genau, wann und wo die Schmerzen auftreten, ob sie bei Belastung stärker werden und in Ruhe nachlassen. Bei der körperlichen Untersuchung prüft er durch Abtasten des Rückens auf Schmerzen und Druckempfindlichkeit im Bereich der Wirbelsäule. Außerdem stellt der Arzt fest, ob Nerven eingeengt sind. Eine Reizung des Ischiasnerven lässt sich beispielsweise mit der Lasègue-Prüfung nachweisen. Dazu hebt der Arzt das gestreckte Bein des auf dem Rücken liegenden Patienten an, was bei einer Nervenreizung zu einem schmerzhaften Nervendehnungsschmerz führt (Lasègue-Zeichen positiv). Außerdem prüft der Arzt die Sensibilität der Haut und die Muskelkraft sowie die Muskeleigenreflexe. Diese neurologischen Untersuchungen geben wichtige Hinweise, in welcher Höhe der Wirbelsäule auf Nervenwurzeln gedrückt wird. Fällt der Bizepssehnenreflex aus, ist wahrscheinlich der 6. Halswirbel betroffen, ist der Patellarsehnenreflex vermindert, der 3. oder 4. Lendenwirbel.

Bei einem entsprechenden Verdacht folgen weitergehende Untersuchungen, meist ein Kernspin oder CT. Gelegentlich ist auch eine elektrische Untersuchung der Nervenfunktion (Messung der Nervenleitgeschwindigkeit) erforderlich, um bei unklaren Beschwerden Nervenschäden nachzuweisen.

Hinweis: Zahlreiche Forscher beschäftigten sich in den 1980er und 1990er Jahren mit Kernspinuntersuchungen von Lendenwirbelsäulen bei gesunden Menschen. Ungeachtet der Unterschiede im Detail zeigten alle Studien einen hohen Prozentsatz von (beschwerdelosen) Bandscheibenschäden aller Art. Entdeckt also der Arzt im CT oder Kernspin einen Bandscheibenvorfall, wird er den Zusammenhang mit bestehenden Beschwerden kritisch prüfen. Was bei dem einen Patienten einen irrelevanten Befund darstellt, bedeutet bei einem anderen möglicherweise einen medizinischen Notfall. Umgekehrt findet der Arzt häufig auch bei stärksten Rückenschmerzen keine Entsprechung im CT oder Kernspin.

Differenzialdiagnosen. Rückenschmerzen, Lähmungen und Gefühlsstörungen sind nicht in jedem Fall Folgen von Bandscheibenvorfällen. Auch wenn Nerven an anderer Stelle eingeengt werden, entstehen ähnliche Symptome, z. B. beim Karpaltunnelsyndrom oder Sulcus-ulnaris-Syndrom. Zu Verwechslungen führen manchmal auch Nervenschädigungen, Polyneuropathien, z. B. durch Diabetes, sowie Hirn- und Rückenmarkerkrankungen wie Multiple Sklerose oder amyotrophe Lateralsklerose. Starke Rückenschmerzen entstehen auch durch Wirbelkörperbrüche, Tumoren und Metastasen im Wirbelkanal sowie degenerative Erkrankungen wie Spinalstenose oder Osteochondrose.

Behandlung

Konservative Therapie

Bewegen oder Bettruhe? Früher hieß es beim Bandscheibenvorfall erst einmal: Hinlegen und Bettruhe einhalten. Heute weiß man jedoch, dass Bewegung besser ist. Denn beim inaktiven Liegen droht relativ schnell der Abbau von Knochen und Muskeln, was sich zusätzlich negativ auf die Haltefunktion der Wirbelsäule auswirkt. Soweit es die Schmerzen erlauben, darf der Betroffene seinen normalen Tätigkeiten nachgehen. Ist dies jedoch aufgrund extremer Beschwerden nicht möglich, hilft es, eine entlastende Körperhaltung einzunehmen (mehr unter "Ihr Apotheker empfiehlt").

Schmerzmittel. Zur medikamentösen Schmerztherapie verordnet der Arzt Schmerzmittel, je nach Intensität der Beschwerden in unterschiedlicher Kombination. Folgende Wirkstoffe werden bevorzugt verordnet:

  • NSAR wie Diclofenac (z. B. Voltaren® oder Diclac®) oder Ibuprofen (z. B. Ibu® oder Brufen®), Paracetamol (z. B. ben-u-ron®), Novaminsulfon (z. B. Metamizol®)
  • Opioide wie Tramadol (z. B. Tramal®) oder Tilidin (befristet aufgrund der Gefahr, dass sich eine Abhängigkeit entwickelt)
  • Bei chronischen Schmerzen Antidepressiva oder Antikonvulsiva in Kombination mit Schmerzmitteln
  • Muskelrelaxierende Wirkstoffe wie Tolperison (z. B. Mydocalm®) oder Tizanidin (z. B. Sirdalud®), ebenfalls kombiniert mit Schmerzmitteln.

In hartnäckigen Fällen hilft kurzfristig die Injektion von örtlichen Betäubungsmitteln und Kortisonpräparaten neben die eingeengte Nervenwurzel (periradikuläre Therapie) oder neben das Rückenmark (peridurale Infiltration).

Physiotherapie. Eine gute, schmerzlindernde Wirkung zeigen auch physiotherapeutische Verfahren. Dabei ist die aktive Krankengymnastik (auch an Geräten) deutlich effektiver als Massagen; und auch der langfristige Nutzen von Wärmebehandlungen (z. B. Fangopackungen), Elektrotherapie oder manueller Therapie ist begrenzt.

Stationäre Infusionen. Nerveneinengungen (plötzliche Gefühlsausfälle, Lähmungserscheinungen oder der Verlust der Darm- und Blasenkontrolle) erfordern eine sofortige, üblicherweise stationäre Behandlung mit Infusionen, bestehend aus Kortison zur Entzündungshemmung und Abschwellung, Schmerzmitteln und häufig einem Vitaminpräparat. Zusätzlich erfolgen oft peridurale Infiltrationen, meist über einen dünnen Schlauch (Katheter), der mehrere Tage liegen bleibt. Führen diese Maßnahmen zur Besserung, beginnen die Betroffenen nach einigen Tagen mit Krankengymnastik und kehren dann schrittweise in ihren Alltag zurück.

Operative Therapie

Lassen sich starke Nervenschmerzen oder Lähmungen so nicht beherrschen, ist eine operative Behandlung erforderlich. Als dringender Notfall gilt insbesondere das oben beschriebene Kaudasyndrom, das auf ausgedehnte Bandscheibenvorfälle mit Einengung des unteren Wirbelkanals hinweist. Ziel der Operation ist es, das störende Gewebe zu entfernen. Folgende operative Verfahren stehen dafür zur Verfügung:

  • Mikrochirurgische offene Nukleotomie. Bei diesem Standardverfahren entfernt der Chirurg das störende Bandscheibenmaterial über einen kleinen Hautschnitt und unter direkter Sicht durch ein Operationsmikroskop. Vorteil der Methode ist, dass gleichzeitig eventuelle Verengungen im Wirbelkanal (Spinalstenose) operiert werden können.
  • Perkutane minimalinvasive Nukleotomie. Dieser Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung und Röntgenkontrolle. Dabei entfernt der Chirurg das störende Bandscheibengewebe durch eine über die Haut eingeführte Kanüle, entweder mit einer Art Sauger oder einer kleinen Zange. Kleine Vorfälle oder Vorwölbungen lassen sich über solch einen minimalen Zugang auch mit dem Laser schrumpfen. Ist der Faserring um die Bandscheibe intakt, kann der Arzt den vorgewölbten Gallertkern auch durch Einspritzen von Chymopapain auflösen (Chemonukleolyse) und dann über eine Nadel absaugen.
  • Konventionelle, offene Operation. Ausgedehnte und ältere Bandscheibenvorfälle erfordern eine konventionelle offene Operation im Krankenhaus. Dabei wird der Wirbelkanal eröffnet und die betroffene Bandscheibe, und, wenn erforderlich, auch Teile des Wirbels entfernt. Oft sind zudem stabilisierende Eingriffe nötig, z. B. das Einpflanzen einer künstlichen Bandscheibe oder eine Versteifung der Wirbelsäule (Spondylodese).

Komplikationen

Bei etwa 12 % der konventionell Operierten verschlechtern sich die Beschwerden, da wucherndes Narbengewebe zu einem erneuten Druck auf die Nerven führt. Diese Komplikation, Postnukleotomiesyndrom genannt, führt zu äußerst hartnäckigen Schmerzen und lässt sich nur in Ausnahmefällen erneut chirurgisch behandeln. Wird als weitere Komplikation der operierte Wirbelsäulenabschnitt instabil, ist meist eine Versteifungsoperation erforderlich.

Hinweis: Weitere Informationen zur konservativen und operativen Behandlung von Rückenschmerzen finden sich im Beitrag Rückenschmerzen.

Prognose

Bei vielen Patienten mit Bandscheibenvorfällen lassen die Schmerzen und die Bewegungseinschränkungen innerhalb von 6 Wochen von selbst nach, wahrscheinlich, weil das ausgetretene Gewebe vom Körper verschoben oder resorbiert wird und deshalb nicht mehr auf die Nerven drückt.

Ist aufgrund von Nervenreizungen eine Entlastungsoperation erforderlich, erholen sich die Nerven umso besser, je kürzer sie eingeengt waren. Trotzdem dauert die Erholungszeit manchmal bis zu einem Jahr. Abhängig von der Behandlungsmethode und den vorbestehenden Schäden sind in 60–80 % der Fälle deutliche Besserungen zu erwarten.

Bandscheibenoperationen aufgrund von Schmerzen scheinen einer konservativen Behandlung langfristig nicht überlegen zu sein, sie sind deshalb unter Experten umstritten.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Linderung akuter Schmerzen. Ohne Linderung der akuten Schmerzen schafft es kaum ein Betroffener, überhaupt wieder in Bewegung zu kommen. Hier bieten sich folgende Möglichkeiten der Selbsthilfe an:

  • Zögern Sie nicht, bei akuten Schmerzen Schmerzmittel einzunehmen. Wenn Sie sonst gesund sind, spricht nichts gegen eine kurzzeitige, maximal dreitägige Anwendung von rezeptfreien Schmerzmitteln, z. B. Diclofenac (z. B. Voltaren® oder Diclac®) oder Ibuprofen (z. B. Ibu® oder Brufen®) oder Paracetamol (z. B. ben-u-ron®). Sie helfen, den Teufelskreis von Schmerz und Verspannung zu durchbrechen.
  • Suchen Sie eine Haltung, in der Ihre Schmerzen möglichst gering sind. Erfahrungsgemäß wird Liegen und Gehen als angenehmer empfunden als Stehen und Sitzen.
  • Viele Therapeuten empfehlen die Rückenlage mit um 90° gebeugten Hüft- und Kniegelenken (Stufenlagerung, Stufenbettlagerung). Für manche Schmerzgeplagte ist auch die Bauchlage mit erhöhtem Oberkörper oder die Seitenlage mit angezogenen Beinen schmerzlindernd.
  • Versuchen Sie, sich bewusst zu entspannen, wenn Sie eine schmerzarme Haltung gefunden haben: Atmen Sie bewusst und tief, hören Sie intensiv Musik, lesen Sie ein interessantes Buch.
  • Gehen Sie spazieren, sobald es die Schmerzen zulassen. Langsames Gehen bewegt die Rückenmuskulatur schonend und entspannt sie zugleich.

Ist die akute Beschwerdephase überwunden, sollten Betroffene rasch wieder in Bewegung kommen und den Teufelskreis von Schmerz – Verspannung – mehr Schmerz zu durchbrechen. Ziel ist es, die Wirbelsäule beweglich und die stützende Muskulatur funktionsfähig zu halten.

Bewegung. Um die Bandscheiben optimal mit Flüssigkeit und Nährstoffen zu versorgen, ist regelmäßige Bewegung Voraussetzung: Durch Be- und Entlastung der Wirbelsäule werden die versorgenden Nährstoffe regelrecht in die Bandscheiben einmassiert. Damit die Motivation lange erhalten bleibt, haben sich solche Bewegungsformen bewährt, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und Spaß machen.

  • Gehen Sie möglichst zu Fuß oder benutzen Sie das Fahrrad. Ziehen Sie die Treppe dem Lift oder der Rolltreppe vor.
  • Finden Sie eine rückenschonende Sportart, die zu Ihnen passt. Dazu zählen Schwimmen, Aquajogging, Radfahren, Nordic Walking und Skilanglauf. Schließen Sie sich einer Gruppe an, um am Ball zu bleiben.
  • Wer lieber drinnen trainiert, für den ist evtl. ein Fitnessstudio geeignet. Entscheidend ist dabei eine kompetente Betreuung – denn gerade beim Training mit Gewichten schaden nicht korrekt ausgeführte Übungen mehr, als sie nützen.
  • Wenn Sie beruflich viel im Auto sitzen, leisten Sie sich einen guten Autositz und nutzen Sie die Pausen zum Umhergehen, Recken und Strecken.
  • Wenn Sie im Büro tätig sind, erledigen Sie möglichst viel im Stehen oder Gehen. Insbesondere bei Stress sind solche Bewegungspausen wichtig, um eine Anspannung der Nacken- und Rückenmuskulatur zu verhindern. Ändern Sie beim Sitzen regelmäßig Ihre Position, abwechselnd leicht vorgeneigt, aufrecht und zurückgelehnt.

Arbeitsplatzergonomie. Wer lange sitzt, sollte auf geeignete Arbeitsstühle achten, z. B. solche mit der Funktion "dynamisches Sitzen". Diese verfügen über eine Rückenlehne, die sich mitbewegt und gleichzeitig den Rücken stützt. Sitzpositionen, die zwischen Rücken und Oberschenkel einen Winkel von etwa 120° einschließen, sind rückenschonender als eine gerade Sitzhaltung. Wichtig für die Arbeitsplatzergonomie ist auch die richtige Höhe von Tisch und Stuhl. Idealerweise bilden Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel mindestens einen rechten Winkel. Wenn die Arme locker auf den Armlehnen aufliegen, entlastet diese Position den Schulterbereich. Handballenauflagen vor der Tastatur entspannen beim Tippen ebenfalls die Schultern, tun aber auch dem Nacken gut.

Rückenschonend arbeiten. Wenn Sie körperlich arbeiten, vermeiden Sie möglichst Tätigkeiten, die den Rücken belasten. Gelingt dies nicht, führen Sie die erforderlichen Arbeiten rückenschonend aus. Heben und tragen Sie Gegenstände mit geradem Rücken und gleichmäßiger Verteilung auf beide Arme. Tragen Sie schwere Lasten dicht am Körper und vermeiden Sie dabei unbedingt, den Oberkörper im Stand zu drehen. Das Anheben schwerer Lasten sollte immer aus den Beinen anstatt dem Rücken erfolgen.

Gewicht normalisieren. Bauen Sie vorhandenes Übergewicht ab, indem Sie sich mehr bewegen und Ihre Ernährung umstellen.

Komplementärmedizin

Wärme beruhigt und entspannt die Muskulatur und hilft dadurch, den Schmerz zu lindern. Bewährt haben sich warme Vollbäder (beruhigend: Melisse, Lavendel; anregend und durchblutungsfördernd: Rosmarin), warme Wickel (Heublume, Fango), Wärmflasche oder Wärmekissen im Bett, durchblutungsfördernde Pflaster (z. B. ABC-Wärmepflaster), Einreibungen z. B. mit Pferdesalbe, wärmende Unterwäsche aus Angorawolle, Wollschals oder auch ein Saunabesuch. Herzkranke Menschen müssen wegen der Kreislaufbelastung erst Rücksprache mit ihrem Arzt halten, bevor sie sich mit Vollbädern, Wickeln oder Saunabesuchen behandeln.

Besonders wirksam ist die heiße Rolle: Falten Sie ein Küchenhandtuch und zwei Frotteehandtücher der Länge nach. Wickeln Sie das Küchenhandtuch der Breite nach zu einer festen Rolle zusammen. Die beiden anderen Tücher werden schräg darum herumgewickelt, sodass das Ganze aussieht wie ein Trichter bzw. wie ein nur an einer Seite geöffnetes Bonbon. Gießen Sie nun etwa einen Dreiviertel Liter brühheißes Wasser in die Rolle (Vorsicht Verbrennung!) und wickeln Sie die Frotteehandtücher vollends um die jetzt nasse Innenrolle. Prüfen Sie die Wärme. Ist die Rolle zu heiß, so wickeln Sie ein weiteres Frotteetuch darum herum. Mit dieser heißen Rolle rollen, tupfen und massieren Sie über den Rücken. Wenn die Rolle kühler wird, nehmen Sie eine Frotteeschicht ab. Bei akuten Reizzuständen wirkt Kälte manchmal besser als Wärme. Bewährt haben sich Kühlpacks aus der Apotheke oder zerstoßene, in einem Waschlappen verpackte Eiswürfel, mehrmals täglich 1–5 Minuten lang auf die schmerzende Stelle aufgelegt. Um Erfrierungen vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Auflagen in ein Tuch einzuschlagen und direkten Kontakt mit der Haut zu vermeiden.

Manuelle Therapien. Neben der klassischen Physiotherapie gibt es eine Vielzahl alternativer manueller Therapien, die Behandlungserfolge für sich beanspruchen. Viele Betroffenen schwören etwa auf Osteopathie, Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Akupunktur.

Sanfte Bewegungstherapien wie Yoga, Tai Chi, Qigong und Feldenkrais sind bei wiederkehrenden Beschwerden empfehlenswert.

Weiterführende Informationen

  • https://dgk.de/gesundheit/schmerzen/rueckenschmerzen/rueckenschmerzen.html Internetseite des Deutschen Grünen Kreuzes, Marburg: Gut besuchtes Patientenforum. Unter dem Suchbegriff Rückenschmerzen finden Sie umfassende Informationen.
  • www.mein-starker-ruecken.de. Eine Seite mit praktischen, gut bebilderten und erklärten Übungen für Rückengymnastik. Klären Sie jedoch vor jeglichem Turnen mit Ihrem Arzt ab, ob solche Übungen für Sie sinnvoll sind!

Brustkorbverletzungen

Brustkorbverletzungen: Verletzungen des Brustkorbs und der Brustorgane durch stumpfe Gewalt, meist im Rahmen von Verkehrs- und Sportunfällen, oder durch Stich- und Pfählungsverletzungen, z. B. bei Gewalttaten. Leichte Verletzungen, z. B. Rippenprellungen und einfache Rippenbrüche (Rippenfrakturen) kommen häufig vor und heilen mit Schmerzbehandlung und Schonung folgenlos. Brustbeinbrüche kommen ebenso vor, wenn auch deutlich seltener. Potenziell lebensgefährlich sind dagegen Brüche an mehr als zwei benachbarten Rippen (Rippenserienbruch) sowie Verletzungen von Lungen- und/oder Rippenfell, wenn sie zu Atemstörungen führen. Verletzungen von Lunge, Herz, Schlagader oder Oberbauchorganen führen manchmal innerhalb kürzester Zeit zum inneren Verbluten, wenn nicht sofort eine Operation erfolgt.

Leitbeschwerden

  • Schmerzen (v. a.) beim Atmen, Atemnot
  • Schwindel, Herzrasen, Unwohlsein
  • Angst und innere Unruhe.

Wann zum Arzt

Sofort bei Brustschmerzen nach einer Verletzung

Sofort den Notarzt rufen bei Atemnot oder Schockzeichen.

Die Erkrankung

Der knöcherne Brustkorb schützt sowohl die Organe des Brustraums (Lunge, Herz) als auch die Organe des Oberbauchs (Leber, Milz, Magen). Er ist die erste Verteidigungszone des Körpers gegen Gewalteinwirkung von außen. Entsprechend sind Rippenprellungen und Rippenbrüche häufige Verletzungen nach allen Arten von Unfällen, z. B. durch Stürze, Schläge oder Sicherheitsgurte bei Verkehrsunfällen. Gelegentlich entstehen Rippenbrüche ohne äußere Gewalteinwirkung, wenn Knochen durch Osteoporose geschwächt sind. In diesem Fall verursachen manchmal schon kräftige Hustenstöße einen Bruch.

Prellungen und Brüche sind sehr schmerzhaft, in der Regel aber harmlos, solange die inneren Organe, Lungen- und Rippenfell unverletzt bleiben. Die Schmerzen sind so stark, weil der Brustkorb durch die Atemtätigkeit in ständiger Bewegung ist. Trotzdem heilen gebrochene und geprellte Rippen meist problemlos innerhalb von 3–6 Wochen. Als Komplikation tritt gelegentlich eine Lungenentzündung auf, da die Schmerzen zu einer oberflächlichen Atmung führen und die mangelhafte Belüftung der Lunge das Festsetzen von Krankheitserregern begünstigt. Bei älteren Menschen, die oft bereits durch Alterungsvorgänge an Lunge und Brustkorb verminderte Atemreserven haben, droht zudem eine Unterversorgung mit Sauerstoff.

Gefährlich werden Brustkorbverletzungen dann, wenn mehrere Rippen gleichzeitig gebrochen sind. Ein Rippenserienbruch führt nämlich oft zur ineffektiven, paradoxen Atmung, bei der sich der Brustkorb – entgegen der natürlichen Bewegung – während der Einatmung einzieht und während der Ausatmung ausbeult. Diese Patienten müssen maschinell beatmet werden.

Verletzungen von Lungen- und/oder Rippenfell bergen dagegen die Gefahr, dass Luft oder Blut in den Spalt zwischen Lungen- und Rippenfell (Pleuraspalt) eindringt und die Lunge zum Zusammenfallen bringt (Pneumothorax, Hämothorax). Auch diese Verletzung erschwert oder verhindert eine ausreichende Atmung und stellt damit einen lebensbedrohlichen Notfall dar. Ebenso gefährlich sind begleitende Verletzungen der Hauptschlagader (Aorta) und der Brust- und Oberbauchorgane. Je nach betroffenem Organ (Herz, Lunge, Leber, Milz, Schlagader), drohen innere Blutungen, die manchmal innerhalb weniger Minuten zum Tode führen, oder akute Funktionsstörungen, z. B. von Herz oder Lunge.

Das macht der Arzt

Das Abhören der Lunge – bei Bedarf ergänzt durch Röntgen, CT, Kernspin oder Ultraschall von Brustkorb und eventuell Oberbauch – zeigt den Schweregrad der Verletzung. Bei Rippenserienbrüchen und möglichen Verletzungen am Herzen ist zusätzlich ein EKG erforderlich.

Prellungen oder einfache Brüche einzelner Rippen lassen sich ambulant behandeln. Die Atembewegungen verhindern eine klassische Bruchtherapie mit Ruhigstellung und Schonung. Wichtig ist jedoch die Einnahme von Schmerzmitteln, z. B. NSAR, um eine schmerzarme Atmung zu ermöglichen und dadurch Lungeninfektionen und Sauerstoffmangel vorzubeugen. Eine ausreichende Schmerztherapie gilt auch als wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Atemtraining. Dieses ist insbesondere bei älteren Patienten erforderlich, um eine Minderbelüftung von Lungenanteilen und ein nachfolgendes Zusammenfallen von kleinen Lungenabschnitten (Atelektase) zu verhindern.

Führen Verletzungen des Lungen- oder Brustfells zu einem Pneumothorax (oder Hämothorax), reicht bei kleineren Luft- oder Blutansammlungen meist eine Überwachung des Heilungsverlaufs durch regelmäßige Röntgenkontrollen. Bei drohendem oder bereits eingetretenem Lungenkollaps ist dagegen eine Pleuradrainage unerlässlich. Verletzungen von Organen oder Hauptschlagader erfordern eine rasche Operation.

Erste Hilfe

Wenn der Verletzte ansprechbar ist, lagern Sie ihn mit erhöhtem Oberkörper, bei erträglichen Schmerzen möglichst auf die verletzte Seite. Diese Position stabilisiert die geschädigte Seite des Brustkorbs und erleichtert die Atmung auf der unverletzten Seite.

Bei offenen Brustkorbverletzungen muss sofort gehandelt werden. Sie erkennen diese Notfallsituation an schlürfenden bis blubbernden Geräuschen im Wundbereich. Um einen zunehmenden Pneumothorax zu verhindern, ist es äußerst wichtig, die Wunde möglichst schnell luftdicht zu verschließen.

Im Notfall reicht dazu die eigene Handfläche; besser eignet sich jedoch ein Stück Plastikfolie (z. B. von einer Einkaufstüte), möglichst über einer sauberen Wundauflage, die ihrerseits mit Heftpflaster abgedichtet ist. Eine Bandage fixiert den gesamten Verband am Körper. Diese Maßnahme ist am wirksamsten, wenn der Patient vor Abdecken der Wunde kraftvoll ausatmet, um bereits eingedrungene Luft aus dem Pleuraspalt zu entfernen.

Morbus Scheuermann

Morbus Scheuermann (Adoleszentenkyphose, Juvenile Kyphose): Verformung der Wirbelkörper, die durch einseitige Abflachung keilförmig werden. Da meist die Brustwirbelsäule betroffen ist, bildet sich durch die Erkrankung typischerweise ein Buckel. Der Morbus Scheuermann ist häufig und tritt vor allem bei männlichen Jugendlichen auf. In den meisten Fällen genügen Krankengymnastik und Haltungstraining als Therapie, nur sehr selten sind Korsettbehandlungen oder gar korrigierende Operationen notwendig. Die Erkrankung verläuft meist gutartig und ohne bleibende Einschränkungen.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Meist leichter Buckel im Hals-Brust-Bereich, typischerweise als "schlechte Haltung" interpretiert
  • Verminderte Drehfähigkeit der Wirbelsäule im Brustbereich
  • Gelegentlich Rückenschmerzen, v. a. im Erwachsenenalter.

Wann zum Arzt

In den nächsten Wochen bei

  • schlechter Haltung oder Buckelbildung bei Jugendlichen

Die Erkrankung

Die Wirbelsäule ist kein gerader Stab, sondern bei seitlicher Betrachtung S-förmig gekrümmt. Im Bereich von Hals- und Lendenwirbelsäule biegt sich die gesunde Wirbelsäule nach vorn, es entsteht eine sogenannte Lordose. Die Brustwirbelsäule bildet dagegen eine Art Rundrücken oder Buckel (Kyphose), hier sind etwa 20 bis 40° Krümmungswinkel im Normbereich. Beim Morbus Scheuermann verändert sich die Krümmung der Wirbelsäule. Die Brustwirbelsäule ist am häufigsten betroffen, die normale Krümmung wird stärker, es bildet sich ein Buckel aus. Seltener ist die Lendenwirbelsäule betroffen. Hier führt der M. Scheuermann zu einer Verflachung der physiologischen Lordose.

Scheuermann-typische Anzeichen an der Wirbelsäule lassen sich bei bis zu 30°% der Kinder und Jugendlichen im Röntgenbild nachweisen, allerdings entwickeln nur wenige davon Beschwerden. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen, die Krankheit beginnt meist zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr.

Krankheitsentstehung

Die Ursache des Morbus Scheuermann ist nicht geklärt. Während des Wachstums entstehen Schwachstellen an den knorpeligen Deckplatten, die den Wirbelkörper an der Ober- und Unterseite begrenzen. Wenn durch die Schwachstellen Bandscheibenmaterial eindringt, verliert der Wirbelkörper an Knochenfestigkeit und verformt sich unter dem Körpergewicht allmählich zu einem Keil (wobei die Spitze des Keils zur Brust, die breite Seite zum Rücken hinzeigt). Sind viele Brustwirbel von dieser Veränderung betroffen, summieren sich die Verformungen zum oben genannten Rundrücken. Im Unterschied zum Buckel bei bloßer Haltungsschwäche, der sich aktiv ausgleichen lässt, ist der Rundrücken beim Morbus Scheuermann fixiert. Tritt die Erkrankung in seltenen Fällen an der Lendenwirbelsäule auf, führt sie dort zu einer Abflachung der normalen, nach vorn gerichteten Krümmung (Flachrücken).

Verlauf und Folgen

Der Morbus Scheuermann wird in drei Krankheitsstadien eingeteilt:

  • Im Initialstadium hat der Betroffene noch keine Beschwerden, die Krankheit wird als Zufallsbefund im Röntgenbild sichtbar.
  • Im Ausbildungsstadium sieht man die Auswirkungen der Wirbelsäulenveränderungen von außen am Patienten. Je nach Ort des Geschehens bildet sich ein Rundrücken (Brustwirbelsäule) oder selten auch Flachrücken (Lendenwirbelsäule) aus. Bei manchen Betroffenen stellen sich schon in diesem Stadium Schmerzen ein.
  • Mit Abschluss des Wachstums kommt die Krankheit zum Stillstand. In diesem Endstadium finden sich deformierte Wirbelkörper und verschmälerte Bandscheiben. Mit Ausnahme der wenigen schweren Fälle ist die Fehlstellung gering und äußerlich kaum sichtbar.

Folgen

Je stärker die Statik der Wirbelsäule gestört ist, desto größer ist die Anfälligkeit für einen vorzeitigen Verschleiß, für muskuläre Verspannungen und Rückenschmerzen (zunächst vor allem im Bereich der Brustwirbelsäule). Später entwickeln sich häufig zusätzlich Bandscheibenprobleme und Schmerzen im Lendenwirbelbereich, da diese die Buckelbildung der Brustwirbelsäule auszugleichen versucht (Hohlrundrücken).

Daneben wird im Verlauf oft die Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt, d. h. die Betroffenen haben Probleme beim Bücken und beim Drehen. In sehr schweren Fällen kommt es auch zu einer völligen Einsteifung des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts.

Diagnosesicherung

Bei den meisten Jugendlichen, die wegen schlechter Haltung in der Sprechstunde erscheinen, wird der Arzt nach der körperlichen Untersuchung eine alterstypische, harmlose Haltungsschwäche diagnostizieren. Den Verdacht auf einen Morbus Scheuermann äußert er, wenn er einen fixierten, also nicht ausgleichbaren Rundrücken findet.

In diesem Fall veranlasst der Arzt Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule von vorne und von der Seite. In der seitlichen Aufnahme lässt sich das Ausmaß der Verformung ausmessen. Ein Morbus Scheuermann liegt vor, wenn mindestens 3 aufeinanderfolgende Wirbelkörper keilförmig deformiert sind und der gemessene Winkel 5° übersteigt. Meist zeigt das Röntgenbild in den betroffenen Wirbelkörpern auch typische Löcher (Schmorl`sche Knötchen), die dem eingedrungenen Bandscheibenmaterial entsprechen.

Differenzialdiagnosen. Buckel bei schlechter Haltung. Entwickelt ein Erwachsener nach Scheuermann-Erkrankung in der Jugend starke Rückenschmerzen oder Bewegungseinschränkungen, sind neben den Scheuermann-typischen Folgezuständen auch eine Osteoporose oder ein Morbus Bechterew auszuschließen.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung ist nicht möglich. Früher wurden Betroffene in Korsette eingeschnürt, zur Schonung angehalten, in ihrer Berufswahl eingeschränkt, also krank gemacht. Heute hat sich die Haltung der Ärzte geändert; sie empfehlen den betroffenen Jugendlichen, ihr Leben mit möglichst wenigen Einschränkungen zu leben und körperlich aktiv zu sein.

Krankengymnastik. Die krankengymnastischen Übungen dienen vor allem drei Zielen:

  • Durch Training der Rückenmuskulatur soll der Rücken wieder aufgerichtet werden.
  • Die meist verkürzten Bauchmuskeln müssen gedehnt werden, um die Aufrichtung des Rückens überhaupt zuzulassen.
  • Die Wirbelsäule soll möglichst beweglich gehalten werden.

Wenn die Krümmung nicht stark ausgeprägt ist und der Betroffene regelmäßig geeigneten Sport treibt (siehe "Ihr Apotheker empfiehlt"), erübrigen sich nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt häufig die krankengymnastischen Übungen.

Krankengymnastik an Geräten. Erwachsene mit abgelaufenem ("ausgebranntem") Morbus Scheuermann und Rückenschmerzen profitieren oft von einer Krankengymnastik an Geräten (Bewegungstherapie).

Korsettbehandlung. Ist die Erkrankung stark ausgeprägt (Verkrümmung über 50° nach Cobb) und befindet sich der Betroffene noch im Wachstum, verordnet der Arzt zusätzlich häufig ein Korsett. Dadurch wird die Aufrichtung der Wirbelsäule oft überhaupt erst möglich.

Operative Behandlung. Bei extremer Buckelbildung (über 70° nach Cobb) ist eine Versteifungsoperation möglich, aber nur in Ausnahmefällen notwendig und empfehlenswert. Operiert wird auch, wenn durch die Verkrümmung der Wirbelsäule die Lungenfunktion eingeschränkt ist oder wenn die Rückenschmerzen auf konservativem Weg nicht beherrschbar sind.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Geeigneter Sport. Wer bei Morbus Scheuermann seine Oberkörpermuskulatur durch regelmäßigen Sport trainiert, beugt Rückenschmerzen vor. Am besten geeignet sind Sportarten mit fließenden, symmetrischen Bewegungen des Oberkörpers, z. B. Schwimmen. Weniger empfehlenswert sind sportliche Aktivitäten, die zu wiederholter Stauchung der Wirbelsäule führen, wie Fußball oder Laufen. Sportarten wie Squash, Tennis oder Mannschaftsballdisziplinen sind in Maßen sinnvoll, doch raten die meisten Ärzte von intensivem Training ab, da die abrupten Richtungswechsel zu starken Beschleunigungs- und Bremskräften auf die geschädigte Wirbelsäule führen.

Bauchlage. Das Liegen auf dem Bauch, z. B. beim Schlafen oder Lesen, ist für viele Betroffene deutlich angenehmer als die Rückenlage.

Physikalische Therapie. Rotlicht, Fango, Massagen und auch Elektrotherapien (z. B. die TENS) können helfen, muskuläre Verspannungen zu lösen. Bewegung und Krankengymnastik ersetzen diese Verfahren allerdings nicht.

Arbeitsplatzergonomie. Arbeitsstühle mit der Funktion "dynamisches Sitzen" sind gerade für einen "vorgeschädigten" Rücken sinnvoll. Sie verfügen über eine Rückenlehne, die sich mitbewegt und gleichzeitig den Rücken stützt. Wenn Ihnen eine häufige Änderung der Sitzhaltung schwerfällt, wählen Sie eine dauerhafte Sitzposition, die zwischen Rücken und Oberschenkel einen Winkel von etwa 120° einschließt. Was früher als schlampige Haltung empfunden wurde, hat sich in neueren, wissenschaftlichen Studien als deutlich rückenfreundlicher erwiesen als eine "gerade" Sitzhaltung mit einem rechten Winkel in der Hüfte. Wichtig für die Arbeitsplatzergonomie ist auch die richtige Höhe von Tisch und Stuhl. Idealerweise bilden Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel mindestens einen rechten Winkel. Wenn die Arme locker auf den Armlehnen aufliegen, entlastet diese Position den Schulterbereich. Handballenauflagen vor der Tastatur entspannen beim Tippen ebenfalls die Schultern, tun aber auch dem Nacken gut.

Rückenschonend arbeiten. Wenn Sie körperlich arbeiten, vermeiden Sie möglichst Tätigkeiten, die den Rücken belasten. Gelingt dies nicht, führen Sie die erforderlichen Arbeiten rückenschonend aus. Heben und tragen Sie Gegenstände mit geradem Rücken und gleichmäßiger Verteilung auf beide Arme. Tragen Sie schwere Lasten dicht am Körper und vermeiden Sie dabei unbedingt, den Oberkörper im Stand zu drehen. Besser: In die Hocke gehen, statt sich zu bücken, soweit es Ihre Kniegelenke erlauben.

Rückenschule. Neben Sport empfiehlt sich als Selbsthilfemaßnahme das Erlernen eines rückenfreundlichen Verhaltens, z. B. im Rahmen einer Rückenschule.

Weiterführende Informationen

  • www.skoliose-info-forum.de – Privat geführte Internetseite, Waxweiler: Informativ, interaktiv und mit Forum. Richtet sich an Patienten und Interessierte von Wirbelsäulendeformitäten (v. a. Skoliosen und Morbus Scheuermann).

Osteochondrose

Osteochondrose (Osteochondrosis intervertebralis): Verschleißerscheinungen von Bandscheiben und knöchernen Wirbelkörpern, die je nach Ausmaß zu oft schwer behandelbaren Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Ursache der Verschleißerscheinungen sind vor allem Alterungsprozesse, die durch Übergewicht und eine vorwiegend sitzende Lebensweise begünstigt werden. Als Komplikationen drohen Bandscheibenvorfall und Spinalstenose mit neurologischen Ausfällen wie Lähmungen oder Missempfindungen.

Therapiert wird mit Schmerzmitteln, Physiotherapie und gezielten Übungen für den Rücken. Bringen konservative Maßnahmen keinen Erfolg oder ist die Erkrankung sehr weit fortgeschritten, helfen operative Eingriffe wie z. B. der Ersatz der betroffenen Bandscheibe durch eine Bandscheibenprothese oder eine Versteifungsoperation der Wirbelsäule.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Anhaltende Schmerzen im unteren Rücken (wenn die Lendenwirbelsäule betroffen ist)
  • Anhaltende Schmerzen im Nacken, eventuell Kopfschmerzen (wenn die Halswirbelsäule betroffen ist)
  • Bewegungseinschränkung, erschwertes Bücken, Drehen des Körpers oder des Kopfes
  • Schonhaltung, Schiefhals
  • Je nach Ausmaß der degenerativen Veränderungen ausstrahlende Schmerzen bis in die Zehen bzw. Finger.

Wann zum Arzt

Nach 1–2 Wochen bei

  • lokalen Schmerzen ohne Ausstrahlungen.

Innerhalb weniger Tage bei

  • leichter anhaltender Taubheit in Arm oder Bein.

Innerhalb eines Tages bei

  • Lähmungen oder ausgedehnter Taubheit in Arm oder Bein.

Die Erkrankung

Krankheitsentstehung

Wirbelsäule und Bandscheiben sind täglich großen Belastungen ausgesetzt, sodass ein gewisser Verschleiß im Alter normal ist. Die Bandscheibe ist davon in zweierlei Hinsicht betroffen: Zum einen nimmt der Wassergehalt ihres Gallertkerns, also des "Polsters" in der Mitte der Bandscheibe ab, zum anderen bilden sich Risse im darum liegenden Faserknorpelring. Die dadurch entstehende Höhenminderung der Bandscheibe stört die fein aufeinander abgestimmten Bewegungen zwischen zwei Wirbeln und führt im weiteren Verlauf zu zunehmenden Schädigungen an den angrenzenden Wirbelkörpern. Ähnlich wie bei der Arthrose entstehen zusätzlich knöcherne Auswüchse an den Wirbeln, die manchmal aneinander reiben und dadurch Schmerzen verursachen.

Begünstigt werden solche Verschleißerscheinungen durch eine Überlastung von Wirbelsäule und Bandscheiben. Normalerweise nehmen die tagsüber zusammengepressten Bandscheiben nachts Wasser auf, um am nächsten Tag ihre Stoßdämpferfunktion wieder ausüben zu können. Eine permanente Belastung stört diese Regeneration, wodurch die Bandscheibe zusammengepresst bleibt, ihre Höhe also vermindert ist.

Folgende Faktoren tragen zu einer übermäßigen Belastung der Wirbelsäule und ihrer Bandscheiben bei:

  • Bewegungsmangel führt zu einem Abbau der Rückenmuskulatur. Eine schwache Rückenmuskulatur kann die Wirbelsäule und ihre stoßdämpfenden Bandscheiben in ihrer tragenden Rolle nicht ausreichend unterstützen. In der Folge werden die Bandscheiben vermehrt belastet und abgenutzt.
  • Übergewicht belastet die Wirbelsäule schwer und fördert dadurch ebenfalls die Abnutzung der Bandscheiben.
  • Wirbelsäulenverkrümmungen wie die Skoliose führen zu einer einseitigen Belastung von Bandscheiben und Wirbelkörpern. Vor allem an den vermehrt belasteten Stellen kommt es dann zu einer schnelleren Abnutzung der Strukturen.
  • Bandscheibenoperationen und Bandscheibenentzündungen verändern häufig die Struktur von Bandscheibe und ihrer Umgebung. Dadurch schaden sie der Bandscheibe direkt oder indirekt, z. B. durch eine Fehlbelastung.

Klinik

Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule von der Ostechondrose betroffen. Hier zeigt sich die Erkrankung durch Schmerzen im unteren Rücken, die im Verlauf immer stärker werden und oft zu einer – zusätzlich schädlichen – Schonhaltung führen. Für die Osteochondrose der Halswirbelsäule sind Nackenschmerzen typisch. Durch eine Schon- oder Schiefhaltung des Kopfes kommt es zusätzlich zu Verspannungen und starken Kopfschmerzen. Im weiteren Verlauf einer Osteochondrose versteifen sich die betroffenen Bereiche, sodass Bewegungen erschwert werden. In diesem Stadium lassen die Schmerzen dann häufig nach, da die knöchernen Auswüchse ja nun verwachsen sind und weniger aneinander reiben können.

Komplikationen

Die Osteochondrose ist häufig Grundlage anderer Wirbelsäulenerkrankungen. So begünstigen etwa vorgeschädigte Bandscheiben das Auftreten von Bandscheibenvorfällen. Die knöchernen Auswüchse der Wirbelkörper können wiederum den Wirbelkanal einengen und damit eine Spinalstenose hervorrufen. Bei beiden Erkrankungen drohen durch den Druck auf das Nervengewebe Taubheitsgefühle, Missempfindungen und sogar Lähmungen.

Diagnosesicherung

Der Arzt befragt den Patienten genau, wann und wo die Schmerzen auftreten, ob sie bei Belastung stärker werden und in Ruhe nachlassen. Bei der körperlichen Untersuchung prüft er durch Abtasten des Rückens Schmerzen und Druckempfindlichkeit im Bereich der Wirbelsäule. Außerdem untersucht der Arzt die Beweglichkeit der Wirbelsäule, er lässt den Patienten sich strecken und beugen sowie den Kopf und Oberkörper drehen und zur Seite neigen.

Bei Verdacht auf eine Osteochondrose hilft ein Röntgenbild weiter. Darin lassen sich sowohl die Höhenminderung der Zwischenwirbelräume (als Anzeichen für die reduzierte Höhe der Bandscheiben) als auch die knöchernen Auswüchse der Wirbelkörper gut erkennen. Mithilfe des MRT ist es möglich, die krankhaften Formveränderungen der Bandscheiben direkt nachzuweisen.

Hinweis: Zahlreiche Forscher beschäftigten sich in den 1980er und 1990er Jahren mit Kernspinuntersuchungen von Lendenwirbelsäulen bei gesunden Menschen. Ungeachtet der Unterschiede im Detail zeigten alle Studien einen hohen Prozentsatz von (beschwerdelosen) Bandscheibenschäden aller Art. Entdeckt also der Arzt im CT oder Kernspin Bandscheibenschäden, wird er den Zusammenhang mit bestehenden Beschwerden kritisch prüfen. Was bei dem einen Patienten einen irrelevanten Befund darstellt, bedeutet bei einem anderen möglicherweise einen medizinischen Notfall. Umgekehrt findet der Arzt häufig auch bei stärksten Rückenschmerzen keine Entsprechung im CT oder Kernspin.

Differenzialdiagnosen. Andere Ursachen von Rückenschmerzen sind Wirbelkörperbrüche, Facettensyndrom, Tumoren, Metastasen oder entzündliche Veränderungen der Wirbelsäule.

Behandlung

Die Grundpfeiler der Behandlung sind wie bei fast allen verschleißbedingten Erkrankungen der Wirbelsäule die Bekämpfung der Schmerzen und – vor allem im Brust- und Lendenwirbelbereich – die langfristige Stabilisierung des Rückens durch den Aufbau einer stützenden Rumpfmuskulatur.

Konservative Therapie

Medikamente. Zur Behandlung der Schmerzen verordnet der Arzt Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente wie z. B. Diclofenac (z. B. Voltaren® oder Diclac®) oder Ibuprofen (z. B. Ibu® oder Brufen®). In hartnäckigen Fällen helfen kurzfristig Injektionen von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Wirkstoffen direkt in den betroffenen Bereich.

Physiotherapie. Ist die akute Schmerzphase mithilfe der Medikamente überwunden, beginnt die Physiotherapie. Dabei gilt es zunächst, die durch die Schmerzen reflexbedingte Muskelverspannung zu lösen. Eingesetzt werden dazu beispielsweise Wärme, Rotlicht, Fango oder Massagen.

Aktive Krankengymnastik. Sind die Muskeln entspannt, geht es mit der rückenstärkenden Krankengymnastik los. Gezielte Übungen helfen beim Aufbau stützender Muskelgruppen, die die Wirbelsäule stabilisieren. Sie dehnen verspannte und verkürzte Muskeln und verbessern damit die Rückenbeweglichkeit. Außerdem schulen sie Koordination und Körpergefühl, was langfristig zu rückenfreundlicheren und gesünderen Bewegungsmustern führt.

Rückenschule. Neben gymnastischen Übungen vermittelt die "Rückenschule" Wissen über rückenschonendes Verhalten. Krankenkassen, Krankengymnasten und Rehabilitationskliniken bieten hierzu Kurse an, deren Kosten häufig die Krankenkasse übernimmt. Die Rückenschule ist bei chronischen Rückenproblemen dann hilfreich, wenn der Betroffene die erlernten Techniken in Eigenregie in seinem Alltag einsetzt.

Hilfsmittel. In manchen Fällen verordnet der Orthopäde auch eine Art Stützkorsett oder Mieder, um die Wirbelsäule zu entlasten.

Operative Therapie

Eine Operation ist erforderlich, wenn die konservativen Maßnahmen keine Erleichterung bringen, die Krankheit sehr weit fortgeschritten ist oder sich Komplikationen einstellen.

Versteifungsoperation. Standardoperation ist die Versteifung von Teilen der Wirbelsäule (Versteifungsoperation). Dabei bringt der Operateur in die Wirbelkörper der betroffenen Region Schrauben ein und verbindet sie über Stäbe in Längs- und eventuell Querrichtung miteinander. Neben der Versteifung müssen einzelne Bereiche der Wirbelsäule manchmal auch geradegerichtet werden.

Bandscheibenprothesen. Eine weitere Therapieoption ist der Ersatz einer verschlissenen Bandscheibe durch eine Bandscheibenprothese aus Metall und Hartkunststoff. Das Verfahren hat sich als sicher und nachhaltig erwiesen, im Gegensatz zu Prothesen bei großen Körpergelenken kommt es kaum zu Lockerungen. Ob das Einpflanzen von Bandscheibenprothesen langfristig bessere Ergebnisse zeigt als die Versteifung, müssen weitere Studien zeigen. Zudem kommen Bandscheibenprothesen für manche Patienten gar nicht in Frage. Liegt beispielsweise neben der abgenutzten Bandscheibe auch eine Arthrose der Zwischenwirbelgelenke (wie z. B. beim Facettensyndrom) vor, bleibt die Versteifung dieses Segmentes Therapie der Wahl.

Hinweis: Weitere Informationen zur konservativen und operativen Behandlung von Rückenschmerzen finden Sie im Beitrag Rückenschmerzen.

Prognose

Die Prognose hängt entscheidend davon ab, in welchem Stadium mit einer Behandlung begonnen wird. Bei leichteren Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule bekommen die Patienten ihre Schmerzen oft mit Rückentraining und Schmerzmitteln gut in den Griff.

Bei Befall der Halswirbelsäule oder im fortgeschrittenen Stadium ist meist eine Operation erforderlich. Hier bleiben jedoch in vielen Fällen Einschränkungen zurück.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Bei akuten Beschwerden ist es entscheidend, rasch wieder in Bewegung zu kommen und den Teufelskreis von Schmerz – Verspannung – mehr Schmerz zu durchbrechen. Zur Vorbeugung sind sämtliche Varianten rückenschonenden Verhaltens zu empfehlen. Wem es gelingt, die Wirbelsäule beweglich und die Muskelstütze funktionsfähig zu halten, hat schon halb gewonnen.

Bewegung. Wie bei der Therapie der meisten Rückenschmerzen heißt deshalb das Motto: mehr Bewegung. Allerdings führen die meisten Menschen längerfristig nur solche Bewegungsarten aus, die ihnen entweder Spaß machen oder sich leicht in ihren Alltag integrieren lassen.

  • Gehen Sie möglichst zu Fuß oder benutzen Sie das Fahrrad. Ziehen Sie die Treppe dem Lift oder der Rolltreppe vor.
  • Machen Sie Sport. Rückenschonende und die Rumpfmuskulatur trainierende Sportarten sind Schwimmen, Aquajogging, Radfahren, Nordic Walking, Skilanglauf. Achten Sie dabei auf eine gute Ausrüstung (Laufschuhe).
  • Beginnen Sie ein Krafttraining im Fitnessstudio, wenn Ihnen diese Art Sport liegt. Unter kompetenter Betreuung lässt sich damit gezielt Muskulatur aufbauen, die den Rücken stärkt.
  • Wenn Sie beruflich viel im Auto sitzen, leisten Sie sich einen guten Autositz und nutzen Sie die Pausen zum Umhergehen, zum Recken und Strecken.
  • Wenn Sie im Büro tätig sind, erledigen Sie möglichst viel im Stehen oder Gehen. Insbesondere bei Stress sind solche Bewegungspausen wichtig, um eine Anspannung der Nacken- und Rückenmuskulatur zu verhindern.
  • Ändern Sie beim Sitzen regelmäßig Ihre Position, abwechselnd leicht vorgeneigt, aufrecht und zurückgelehnt.

Arbeitsplatzergonomie. Arbeitsstühle mit der Funktion "dynamisches Sitzen" sind sinnvoll. Sie verfügen über eine Rückenlehne, die sich mitbewegt und gleichzeitig den Rücken stützt. Wenn Ihnen eine häufige Änderung der Sitzhaltung schwerfällt, wählen Sie eine dauerhafte Sitzposition, die zwischen Rücken und Oberschenkel einen Winkel von etwa 120° einschließt. Was früher als schlampige Haltung empfunden wurde, hat sich in neueren, wissenschaftlichen Studien als deutlich rückenfreundlicher erwiesen als eine "gerade" Sitzhaltung mit einem rechten Winkel in der Hüfte. Wichtig für die Arbeitsplatzergonomie ist auch die richtige Höhe von Tisch und Stuhl. Idealerweise bilden Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel mindestens einen rechten Winkel. Wenn die Arme locker auf den Armlehnen aufliegen, entlastet diese Position den Schulterbereich. Handballenauflagen vor der Tastatur entspannen beim Tippen ebenfalls die Schultern, tun aber auch dem Nacken gut.

Rückenschonend arbeiten. Wenn Sie körperlich arbeiten, vermeiden Sie möglichst Tätigkeiten, die den Rücken belasten. Gelingt dies nicht, führen Sie die erforderlichen Arbeiten rückenschonend aus. Heben und tragen Sie Gegenstände mit geradem Rücken und gleichmäßiger Verteilung auf beide Arme. Tragen Sie schwere Lasten dicht am Körper und vermeiden Sie dabei unbedingt, den Oberkörper im Stand zu drehen. Besser: In die Hocke gehen statt sich zu bücken, soweit es Ihre Kniegelenke erlauben.

Gewicht normalisieren. Bauen Sie vorhandenes Übergewicht ab. Sie entlasten damit nicht nur Ihren Rücken, sondern steigern zugleich auch die Bewegungs- und Lebensfreude.

Schmerzen lindern

Medikamente. Zögern Sie nicht, bei akuten Schmerzen Schmerzmittel einzunehmen. Wenn Sie sonst gesund sind, spricht nichts gegen eine kurzzeitige, maximal dreitägige Anwendung von rezeptfreien Schmerzmitteln, z. B. NSAR wie Diclofenac (z. B. Voltaren® oder Diclac®) oder Ibuprofen (z. B. Ibu® oder Brufen®) oder Paracetamol (z. B. ben-u-ron®). Sie helfen, den Teufelskreis von Schmerz und Verspannung zu durchbrechen.

Komplementärmedizin

Wärme. Wärme beruhigt und entspannt die Muskulatur und hilft dadurch, den Schmerz zu lindern. Bewährt haben sich warme Vollbäder (beruhigend: Melisse, Lavendel; anregend und durchblutungsfördernd: Rosmarin), warme Wickel (Heublume, Fango), Wärmflasche oder Wärmekissen im Bett, durchblutungsfördernde Pflaster (z. B. ABC-Wärmepflaster), Einreibungen z. B. mit Pferdesalbe, wärmende Unterwäsche aus Angorawolle, Wollschals oder auch ein Saunabesuch. Herzkranke Menschen müssen wegen der Kreislaufbelastung erst Rücksprache mit ihrem Arzt halten, bevor sie sich mit Vollbädern, Wickeln oder Saunabesuchen behandeln.

Besonders wirksam ist die heiße Rolle: Falten Sie ein Küchenhandtuch und zwei Frotteehandtücher der Länge nach. Wickeln Sie das Küchenhandtuch der Breite nach zu einer festen Rolle zusammen. Die beiden anderen Tücher werden schräg darum herumgewickelt, sodass das Ganze aussieht wie ein Trichter bzw. wie ein nur an einer Seite geöffnetes Bonbon. Gießen Sie nun etwa einen Dreiviertel Liter brühheißes Wasser in die Rolle (Vorsicht Verbrennung!) und wickeln Sie die Frotteehandtücher vollends um die jetzt nasse Innenrolle. Prüfen Sie die Wärme. Ist die Rolle zu heiß, so wickeln Sie ein weiteres Frotteetuch darum herum. Mit dieser heißen Rolle rollen, tupfen und massieren Sie über den Rücken. Wenn die Rolle kühler wird, nehmen Sie eine Frotteeschicht ab.

Kälte. Bei akuten Reizzuständen wirkt Kälte manchmal besser als Wärme. Bewährt haben sich Kühlpacks aus der Apotheke oder zerstoßene, in einem Waschlappen verpackte Eiswürfel, mehrmals täglich 1–5 Minuten lang auf die schmerzende Stelle aufgelegt. Um Erfrierungen vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Auflagen in ein Tuch einzuschlagen und direkten Kontakt mit der Haut zu vermeiden.

Manuelle Therapien. Insbesondere die Osteopathie und die Wirbelsäulentherapie nach Dorn geben Behandlungserfolge an, ebenso liegen Berichte vor, wonach die Akupunktur in vielen Fällen die Beschwerden lindert. Sanfte Bewegungstherapien wie Yoga, Thai Chi, Qigong und Feldenkrais sind bei wiederkehrenden Beschwerden empfehlenswert.

Bei lokal begrenzten Beschwerden ohne ausstrahlende Schmerzen in die Extremitäten kommen darüber hinaus die gleichen komplementärmedizinischen Methoden in Betracht wie die im Artikel Rückenschmerzen beschriebenen Maßnahmen.

Weiterführende Informationen

  • https://dgk.de/gesundheit/schmerzen/rueckenschmerzen/rueckenschmerzen.html Internetseite des Deutschen Grünen Kreuzes, Marburg: Gut besuchtes Patientenforum. Unter dem Suchbegriff Rückenschmerzen finden Sie umfassende Informationen.
  • www.mein-starker-ruecken.de. Eine Seite mit praktischen, gut bebilderten und erklärten Übungen für Rückengymnastik. Klären Sie jedoch vor jeglichem Turnen mit Ihrem Arzt ab, ob solche Übungen für Sie sinnvoll sind!

Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und Kreuzschmerzen

Jeder zehnte Besuch beim Hausarzt und jeder zweite Besuch beim Orthopäden hat seinen Grund in Rückenproblemen. Da sie häufig von Schmerzen begleitet sind, spricht der Betroffene im Allgemeinen von Rückenschmerzen, die sich noch genauer in Nacken- oder Kreuzschmerzen unterteilen lassen. So häufig Rückenschmerzen sind, sie führen nur in 2 % zu schwerwiegenden, dauerhaften Beschwerden.

Die Häufigkeit von Rückenbeschwerden verwundert nicht angesichts der Tatsache, dass jede Wirbelsäule spätestens ab dem sechsten Lebensjahrzehnt deutliche Verschleißerscheinungen zeigt. Sie äußern sich z. B. in Schäden von Bandscheiben und Wirbelkörperknochen,(Osteochondrosen), in Arthrosen der Zwischenwirbelgelenke (Spondylarthrose) und in Knochenanbauten an den Wirbelkörperkanten (Spondylophyten). Einerseits sind auch erhebliche Schäden oft mit erstaunlich wenig Beschwerden verbunden, andererseits können auch geringfügige Veränderungen manchmal zu starken Schmerzen führen.

Wenn Rückenschmerzen länger als sechs Wochen andauern, werden sie zu chronischen Rückenschmerzen. Sie führen zu starken Einschränkungen im Alltag und machen oft langfristige Krankschreibungen erforderlich. Mit zunehmender Dauer der Schmerzen fühlen sich die Betroffenen deshalb zermürbt und psychisch stark belastet.

Umgekehrt gilt: Psychische Belastungen sind auch eine häufige Ursache chronischer Rückenschmerzen.

Leitbeschwerden

Schmerzen im Rücken, speziell im Nacken- oder Kreuzbereich, bei Bewegung oder in Ruhe. Diese strahlen oftmals aus in benachbarte Körperregionen, so von der Halswirbelsäule in Kopf, Schultern und Arme, von der Brustwirbelsäule in den Brustkorb und von der Lendenwirbelsäule in Bauch, Hüfte und Beine. Manchmal werden die Schmerzen begleitet von Gefühlsstörungen oder Muskelschwächen bis hin zu Lähmungserscheinungen.

Die Erkrankung

Für den Arzt ist es im Einzelfall schwierig, die Ursache von Rückenschmerzen herauszufinden. Hochgradig verspannte Partien der die Wirbelsäule stützenden bzw. bewegenden Rückenmuskulatur kommen als Auslöser ebenso in Frage wie Einengungen oder Reizungen von Teilen des Rückenmarks oder von Nerven, die in der Wirbelsäule das Rückenmark verlassen. Das Gleiche gilt für viele Begleitstrukturen wie Bandscheiben, Knochen, die Gelenke und selbst die Beckenorgane.

Trotz eingehender Untersuchungen findet der Arzt oft keine klare Ursache für die Beschwerden. Denn das komplizierte System Wirbelsäule reagiert auf ganz verschiedene Störungen recht gleichartig. Wer oder was auch immer den Schmerz ausgelöst hat, immer führt der Schmerzreiz zunächst zu einer reflexartigen Muskelanspannung. Wenn der Reiz weiter anhält, verkrampfen sich die Muskeln, eine Verspannung entsteht. Sie sorgt dafür, dass auch die benachbarten Abschnitte der Wirbelsäule in das Schmerzgeschehen einbezogen werden. Auf diese Art entsteht ein Teufelskreis, der sich unabhängig vom auslösenden Reiz verstärkt und unterhält.

Ähnliche Teufelskreise werden auch im Rückenmark und im Gehirn ausgelöst, wo der Rückenschmerz verarbeitet wird.

Diese Mechanismen schaukeln sich so auf, dass der Schmerz sich irgendwann verselbstständigt. Unabhängig vom ursprünglichen Auslöser stehen die Schmerzen dann ganz im Vordergrund. Die Therapie solcher chronischen Rückenschmerzprobleme gehört in diesem Fall in die Hand speziell geschulter Schmerztherapeuten. Diese ergänzen die Behandlung durch Entspannungstechniken, z. B. Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson sowie psychotherapeutische Verfahren.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung

Wegen der Häufigkeit von Rückenschmerzen im Praxisalltag verzichtet der Arzt häufig zunächst darauf, die genaue Ursache der Rückenschmerzen zu ermitteln. Er klärt vielmehr zuerst ab, ob eine gefährliche oder eine ungefährliche Situation vorliegt. Gefährlich sind v. a. drohende Nervenschädigungen oder Lähmungen durch Einengung des Wirbelkanals und der Nervenaustrittslöcher. Solche Notfallsituationen lassen sich meist schon durch die körperliche Untersuchung erkennen und durch Röntgen, CT oder Kernspin bestätigen, im Zweifelsfall auch durch Spezialuntersuchungen wie die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit. Gelegentlich können Rückenschmerzen aber schwere Erkrankungen innerer Organe zugrunde liegen, etwa Herzinfarkt, Rippenfellentzündung, Risse und Aussackungen in der Hauptschlagader, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Nierensteine. Bei Frauen können Kreuzschmerzen ihre Ursache auch in gynäkologischen Erkrankungen haben.

Am Ausmaß chronischer Rückenschmerzen ist die Psyche immer mit beteiligt, entweder als Dämpfer, als Verstärker oder sogar als Auslöser. So zählen Rückenbeschwerden zu den häufigsten somatoformen Störungen.

Sind gefährliche Ursachen ausgeschlossen, erübrigen sich zunächst weiterführende Untersuchungen an der Wirbelsäule, weil Röntgen-, CT- und Kernspinbefunde häufig keine Übereinstimmung mit den Beschwerden zeigen.

Auch wenn es dem Arzt gelingt, auf diese Weise die Ursache von Rückenschmerzen aufzudecken, ändert diese Erkenntnis selten etwas an der Behandlung.

Handelt es sich um unkomplizierte akute Rückenschmerzen, klingen sie meist mit Medikamenten und/oder den bekanntesten Therapieverfahren innerhalb weniger Wochen ab.

Tritt keine Besserung ein, wird eine Ursachenforschung notwendig. Jetzt kommen technische Untersuchungsverfahren zum Einsatz, z. B. CT oder Kernspin, in Einzelfällen auch spezielle, radiologische Methoden wie Szintigrafie oder neurologische Untersuchungsverfahren, z. B. Elektromyografie und Messung der Nervenleitgeschwindigkeit. Auch die Behandlung wird nun intensiver, z. B. durch eine Kombination mehrerer Behandlungsverfahren.

Therapie

Bei akuten Rückenschmerzen müssen zunächst die Schmerzen gelindert werden:

  • Direkt schmerzlindernd wirken Schmerzmittel, Massage, Wärme oder Kälte (je nach individuellem Bedürfnis) sowie verschiedene elektrische Ströme. Hier haben auch komplementärmedizinische Maßnahmen wie Akupunktur und manuelle Therapie ihren Platz.
  • Auch wenn viele Betroffene ruhiges Liegen auf dem Sofa spontan bevorzugen, empfehlen aktuelle Behandlungsleitlinien, dem gewohnten Alltag nachzugehen und sich viel zu bewegen. Denn nur so lässt sich verhindern, dass sich die Muskeln wieder verspannen und der Teufelskreis von vorne beginnt. Die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) hat in einer Studie herausgefunden, dass häufig noch eine alte Therapie von Rückenschmerzen verordnet wird, die Bettruhe empfiehlt. Dieses Vorgehen leistet jedoch der Chronifizierung der Schmerzen Vorschub.

Medikamente

Schmerzmittel. Sind Rückenschmerzen so stark und anhaltend, dass sie den Tagesablauf stören, empfiehlt sich eine regelmäßige, mehrtägige Einnahme von Schmerzmitteln (NSAR), z. B. Ibuprofen 400–600 mg 3x täglich, Diclofenac 75 mg 2x täglich oder Etoricoxib (z.B. Arcoxia®) 90 mg 1x täglich. Wegen der zahlreichen Nebenwirkungen empfiehlt es sich, diese Schmerzmittel nicht länger als drei Tage ohne ärztliche Verordnung und Kontrolle einzunehmen.

Reicht dies nicht, verordnet der Arzt oft eine Kombination mit stärkeren Schmerzmitteln. Hier kommen z. B. Metamizol oder Flupirtin zum Einsatz, aber auch schwache Opioide, z. B. Tilidin, oder starke Opioide, z. B. Fentanyl. Sind die Rückenschmerzen chronisch, verordnet der Arzt manchmal auch Antidepressiva, z. B. Amitriptylin oder Antiepileptika, z. B. Gabapentin.

Sind die Rückenschmerzen mit starken Muskelverspannungen verbunden, helfen Muskelrelaxanzien, z. B. Tetrazepam oder Tolperison. Die meisten Mittel dieser Medikamentengruppe machen als Nebenwirkung müde und beeinträchtigen dadurch die Fahrtüchtigkeit. Bei abendlicher Einnahme lässt sich diese Nebenwirkung als Einschlafhilfe nutzen.

Spritzen oder Tabletten? Nach verbreiteter Meinung wirken Medikamente besser, wenn sie gespritzt werden. Diese Einschätzung ist jedoch falsch – gespritzte Medikamente wirken lediglich schneller als Tabletten oder Zäpfchen. Eine Ausnahme sind örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika), die sich ausschließlich spritzen lassen, und bestimmte Kortisonpräparate, die v. a. am Ort der Injektion wirken, ohne starke Nebenwirkungen im ganzen Körper zu verursachen. Alle anderen (Schmerz-)Medikamente sind als Tablette oder Zäpfchen ebenso effektiv wie Spritzen an die Wirbelsäule oder ins Gesäß. Außerdem treten bei Spritzen gelegentlich Komplikationen auf, wenn die Injektionsnadel wichtige Strukturen, z. B. Nerven und Gefäße, schädigt oder Bakterien einschleppt, die eine Infektion verursachen.

Orthopädische Injektionsbehandlung. Meist kommen örtliche Betäubungsmittel und Kortisonpräparate zum Einsatz, die der Arzt entweder oberflächlich, Quaddeln, Neuraltherapie, oder tief ins Gewebe spritzt. Unter Ultraschall-, Röntgen- oder CT-Kontrolle lassen sich Injektionen auch direkt an die Nervenwurzeln neben der Wirbelsäule setzen (periradikuläre Therapie). Eine aufwendigere Behandlung ist die Injektion von örtlichen Betäubungsmitteln, Kortisonpräparaten und anderen Substanzen in den Raum zwischen der Wirbelsäule und dem Rückenmark (peridurale Infiltration), möglichst zielgenau an die schmerzende Stelle. Sie erfolgt über einen dünnen Schlauch (Katheter), den der Arzt unter Röntgenkontrolle einführt und dort über mehrere Tage für wiederholte Injektionen belässt. Letztgenannte Verfahren sind in ihrer Langzeitwirkung umstritten.

Die einzigen Injektionen, deren Wirksamkeit in Studien belegt wurde, sind die so genannten Lidocaininjektionen. Diese werden direkt in den Muskel gespritzt. Sie wirken aber nur, wenn im Anschluss darauf Dehnungsübungen gemacht werden.

Allgemein anerkannte, nicht medikamentöse Therapieverfahren

Nur wenige Rückentherapieverfahren stützen sich auf einen wissenschaftlich untermauerten Wirkungsnachweis; dies gilt auch für einige schulmedizinische Therapien.

Allgemein gilt, dass passive Therapien, z. B. Massagen oder Fangopackungen, in der Regel nicht langfristig wirken, auch wenn sie kurzfristig die Schmerzen lindern. Sie sind aktiven Therapien wie z. B. der Physiotherapie unterlegen, die den Muskelapparat aufbauen und dadurch das Skelett stützen. Bei diesen ist der Erfolg mit Mühen und aktiver Mitarbeit verbunden und tritt langsamer ein.

Häufig verordnete Therapien sind:

Krankengymnastik. Gezielte Übungen helfen beim Aufbau stützender Muskelgruppen, die die Wirbelsäule stabilisieren. Sie dehnen verspannte und verkürzte Muskeln und verbessern damit die Rückenbeweglichkeit. Außerdem schulen sie Koordination und Körpergefühl, was langfristig zu rückenfreundlicheren und gesünderen Bewegungsmustern führt.

Die Wirksamkeit von Krankengymnastik ist bei Rückenschmerzen wissenschaftlich erwiesen, jedoch nur bei konsequenter (täglicher) Fortführung der Übungen zu Hause.

Krankengymnastik an Geräten (Bewegungstherapie). Durch Training an Fitnessgeräten wird der gezielte Muskelaufbau unterstützt. Unter kompetenter Anleitung durch eine Fachkraft ist sie bei Rückenschmerzen ein wichtiges Behandlungsverfahren mit nachhaltiger Wirkung.

Physikalische Verfahren. Physikalische Verfahren wie Wärme (Rotlicht, Fango, heiße Rolle), Kälte (Eis, Wechselduschen) und Strom (Gleichstrom, verschiedene Wechselströme, TENS-Therapie) lindern Rückenschmerzen, verbessern die Durchblutung, entspannen oder aktivieren die Muskulatur. Die Effekte sind kurzfristig messbar; eine langfristige Wirksamkeit besteht aber nicht.

Sanfte Bewegungstherapien. Yoga, Tai Chi und Qigong, Feldenkrais oder Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson schulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten das Körperbewusstsein, ändern Bewegungsmuster und verbessern die Koordination der Bewegungen. Obwohl ursprünglich nicht als Rückentherapie entwickelt, haben sich diese übenden Mind-Body-Verfahren in der Praxis gut zur Behandlung von chronischen, teils auch akuten Rückenschmerzen bewährt. Insbesondere für Yoga liegen auch wissenschaftliche Wirknachweise vor.

Rückenschule. Die Anleitung zur Selbsthilfe will neben gymnastischen Übungen zur Stärkung der Muskulatur und der Beweglichkeit auch Wissen zu rückenschonendem Verhalten vermitteln. Krankenkassen, Krankengymnasten und Rehabilitationskliniken bieten hierzu Kurse an, deren Kosten häufig die Krankenkasse übernimmt. Die Rückenschule ist bei chronischen Rückenproblemen dann hilfreich, wenn der Betroffene die erlernten Techniken in Eigenregie in seinem Alltag einsetzt.

Physiotherapie. Vor allem in Kombination mit einer manuellen Therapie sehr wirksam. Ein Muskel wird zunächst gegen Widerstand angespannt, dann lässt man ihn locker und der Therapeut kann den Muskel im Anschluss schmerzfrei dehnen

Umstrittene, nicht-medikamentöse Therapieverfahren

Magnettherapie (Magnetfeldtherapie). Lange Zeit waren schlecht heilende Knochenbrüche das Haupteinsatzgebiet der Magnettherapie – hierfür ist der therapeutische Effekt des mit pulsierenden Magnetfeldern arbeitenden Verfahrens inzwischen wissenschaftlich belegt. Viele Orthopäden setzen die Magnetfeldtherapie auch zur Linderung chronischer Rückenschmerzen ein. Der therapeutische Nutzen ist aber umstritten. Die Befürworter führen insbesondere den muskelentspannenden und schmerzlindernden Effekt an, der der Magnettherapie zugeschrieben wird. Zur Anwendung kommen entweder eine Ganzkörpermatte oder ein Applikator, mit dem gezielt lokal begrenzte Rückenschmerzen behandelt werden. Welche Vorgehensweise im Einzelfall geeignet ist, bzw. wie viele Anwendungen in welcher Dosierung Erfolg versprechend sind, sollte vorab mit einem erfahrenen Therapeuten festgelegt werden. Ansonsten eignet sich das Verfahren auch zur Heimanwendung.

Laserakupunktur.Eine Behandlung mit Soft- oder Low-Level-Lasern soll gegenüber der klassischen Nadelakupunktur eine Schmerzlinderung verschaffen und nur geringe Nebenwirkungen haben.

Operationen an der Wirbelsäule. Hartnäckige und chronische Rückenschmerzen alleine sind kein Grund für eine Operation. Die Missachtung dieser Tatsache hat in der Vergangenheit zu so vielen Fehlschlägen von Operationen geführt, dass sich dafür sogar ein medizinischer Begriff eingebürgert hat: die Failed Back Surgery, die fehlgeschlagene Rückenoperation.

Operationen sind nur dann notwendig und Erfolg versprechend, wenn schwere Symptome auf nicht operative Behandlungen unzureichend ansprechen und die Beschwerden sich auf klar identifizierbare Ursachen zurückführen lassen, welche operativ zu beheben sind.

Die Ursachenforschung erfordert meist einen großen diagnostischen Aufwand. Die Befunde von bildgebenden Verfahren, z. B. Röntgen, CT und Kernspin, sind zudem nur dann aussagekräftig, wenn sie zu den Symptomen und den Ergebnissen der körperlichen Untersuchung passen. Glücklicherweise sind Arzt und Patient mit der Entscheidung für eine operative Therapie selten unter Zeitdruck; eine Ausnahme bilden die wenigen Situationen, in denen eine drohende Nervenschädigung, z. B. bei einem Bandscheibenvorfall eine sofortige Operation erzwingt.

Entlastungsoperationen. Ziel ist die Entlastung eingeengter Nerven, z. B. bei Bandscheibenschäden, oder Einengung des Wirbelkanals (Spinalstenose). Zu diesem Zweck entfernt der Operateur Teile von Bändern und Wirbelbögen, gegebenenfalls auch krankhafte Knochenanbauten (Spondylophyten). Die Operation beeinträchtigt die Stabilität der Wirbelsäule nur geringgradig; das Gesamtgefüge bleibt erhalten.

Versteifungsoperationen. Sie dienen meist dazu, einen instabilen Wirbelsäulenabschnitt zu stabilisieren, z. B. bei Spondylolisthese, Wirbelgleiten, Wirbelbrüchen oder Knochenmetastasen. Ein weiteres Einsatzgebiet von Versteifungsoperationenm (Spondylodesen) ist die Korrektur von Wirbelsäulenverkrümmungen, z. B. bei Skoliose oder schwerem Morbus Scheuermann. Dabei bringt der Operateur in die Wirbelkörper der betroffenen Region Schrauben ein und verbindet sie über Stäbe in Längs- und eventuell Querrichtung miteinander. Oft ersetzt er zusätzlich mehrere Bandscheiben durch Knochenblöcke oder Titanimplantate. Die eigentliche Versteifung ist Aufgabe des Körpers und findet in den folgenden Monaten statt, indem die stabilisierten Wirbelsäulenabschnitte miteinander verwachsen. Da sich die versteiften Segmente nicht mehr gegeneinander bewegen, sind die benachbarten Segmente vermehrter Belastung ausgesetzt; daher nützen sich diese häufig vorzeitig ab und verursachen dann ihrerseits Schmerzen.

Vertebroplastik und Kyphoplastik. Diese Techniken dienen der Behandlung von Wirbelkörperbrüchen durch Osteoporose; sie kommen aber auch bei starken Schmerzen durch Wirbelsäulenmetastasen zum Einsatz. Bei der Vertebroplastik (Vertebroplastie) spritzt der Arzt Knochenzement in den Wirbel und versucht damit, die Knochensubstanz zu stabilisieren und weitere Verformungen zu verhindern. Die Kyphoplastik (Kyphoplastie) beinhaltet die gleichen Operationsschritte, jedoch bläst der Operateur vor dem Einspritzen des Zements den Wirbel mit einem Ballon auf seine ursprüngliche Höhe auf.

Denervierung. Bei schmerzhaften Verschleißerkrankungen der Zwischenwirbelgelenke Facettensyndrom bietet sich das Verfahren der Denervierung an. Durch gezielte Stromimpulse schaltet der Arzt diejenigen Nervenfasern aus, die Schmerzreize aus den erkrankten Gelenken weiterleiten. Dazu verwendet er eine Thermosonde, die er unter lokaler Betäubung oder kurzer Narkose über eine Nadel an die Nerven heranführt. Das Verfahren beseitigt zwar die Schmerzen, nicht jedoch deren Ursache. Zudem ist es schwierig und aufwendig, die schmerzhaften Zwischenwirbelgelenke alle korrekt zu identifizieren.

Selbsthilfe

Die Selbsthilfe bei Rückenschmerzen beruht auf drei Prinzipien: Bewegung, Bewegung und Bewegung – soweit sie nicht schmerzt. Dabei spielt das Engagement des Betroffenen im Rahmen der Selbsthilfe eine ebenso wichtige Rolle wie die Behandlung durch den Arzt. Dies gilt neben der Behandlung von Rückenschmerzen umso mehr für deren Vorbeugung: Auch nach der wirkungsvollsten Behandlung kehren Rückenschmerzen wieder, wenn der Betroffene im Alltag nicht weiterhin auf seinen Rücken achtet.

Linderung akuter Schmerzen

Ohne Linderung der akuten Schmerzen schafft es kaum ein Betroffener, überhaupt wieder in Bewegung zu kommen. Hier bieten sich folgende Möglichkeiten der Selbsthilfe an:

Suchen Sie eine Haltung, in der Ihre Schmerzen möglichst gering sind. Erfahrungsgemäß wird Liegen und Gehen als angenehmer empfunden als Stehen und Sitzen. Viele Therapeuten empfehlen die Rückenlage mit um 90° gebeugten Hüft- und Kniegelenken (Stufenlagerung, Stufenbettlagerung). Für manche Rückenschmerzgeplagte ist auch die Bauchlage mit erhöhtem Oberkörper oder die Seitenlage mit angezogenen Beinen schmerzlindernd. Versuchen Sie, sich bewusst zu entspannen, wenn Sie eine schmerzarme Haltung gefunden haben: Atmen Sie bewusst und tief, hören Sie intensiv Musik, lesen Sie ein interessantes Buch … Gehen Sie spazieren, sobald es die Schmerzen zulassen. Langsames Gehen bewegt die Rückenmuskulatur schonend und entspannt sie zugleich. Zögern Sie nicht, bei akuten Rückenschmerzen Schmerzmittel einzunehmen. Wenn Sie sonst gesund sind, spricht nichts gegen eine kurzzeitige, maximal dreitägige Anwendung von rezeptfreien Schmerzmitteln, z. B. Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol. Sie helfen, den Teufelskreis von Schmerz und Verspannung zu durchbrechen. Wärme beruhigt und entspannt die Muskulatur und hilft dadurch, den Schmerz zu lindern. Bewährt haben sich warme Vollbäder (beruhigend: Melisse, Lavendel; anregend und durchblutungsfördernd: Rosmarin), warme Wickel (Heublume, Fango), Wärmflasche oder Wärmekissen im Bett, durchblutungsfördernde Pflaster (z. B. ABC-Wärmepflaster), Einreibungen z. B. mit Pferdesalbe, wärmende Unterwäsche aus Angorawolle, Wollschals oder auch ein Saunabesuch. Herzkranke Menschen müssen wegen der Kreislaufbelastung erst Rücksprache mit ihrem Arzt halten, bevor sie sich mit Vollbädern, Wickeln oder Saunabesuchen behandeln.

Besonders wirksam ist die heiße Rolle: Falten Sie ein Küchenhandtuch und zwei Frotteehandtücher der Länge nach. Wickeln Sie das Küchenhandtuch der Breite nach zu einer festen Rolle zusammen. Die beiden anderen Tücher werden schräg darum herumgewickelt, sodass das Ganze aussieht wie ein Trichter bzw. wie ein nur an einer Seite geöffnetes Bonbon. Gießen Sie nun etwa einen Dreiviertel Liter brühheißes Wasser in die Rolle (Vorsicht Verbrennung!) und wickeln Sie die Frotteehandtücher vollends um die jetzt nasse Innenrolle. Prüfen Sie die Wärme. Ist die Rolle zu heiß, so wickeln Sie ein weiteres Frotteetuch darum herum. Mit dieser heißen Rolle rollen, tupfen und massieren Sie über den Rücken. Wenn die Rolle kühler wird, nehmen Sie eine Frotteeschicht ab. Bei akuten Reizzuständen wirkt Kälte manchmal besser als Wärme. Bewährt haben sich Kühlpacks aus der Apotheke oder zerstoßene, in einem Waschlappen verpackte Eiswürfel, mehrmals täglich 1–5 Minuten lang auf die schmerzende Stelle aufgelegt. Um Erfrierungen vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Auflagen in ein Tuch einzuschlagen und direkten Kontakt mit der Haut zu vermeiden.

Rückenschonendes Verhalten im Alltag

Eine Garantie für einen schmerzfreien Rücken gibt es nicht. Wem es jedoch gelingt, die Wirbelsäule beweglich und die Muskelstütze funktionsfähig zu halten, hat schon halb gewonnen.

Bewegung. Wie bei der Therapie der Rückenschmerzen heißt deshalb das Motto: mehr Bewegung. Allerdings führen die meisten Menschen längerfristig nur solche Bewegungsarten aus, die ihnen entweder Spaß machen oder sich leicht in ihren Alltag integrieren lassen.

Gehen Sie möglichst zu Fuß oder benutzen Sie das Fahrrad. Ziehen Sie die Treppe dem Lift oder der Rolltreppe vor. Machen Sie Sport. Rückenschonende und die Rumpfmuskulatur trainierende Sportarten sind Schwimmen, Aquajogging, Radfahren, Nordic Walking, Skilanglauf. Achten Sie dabei auf eine gute Ausrüstung (Laufschuhe). Beginnen Sie ein Krafttraining im Fitnessstudio, wenn Ihnen diese Art Sport liegt. Unter kompetenter Betreuung lässt sich damit gezielt Muskulatur aufbauen, die den Rücken stärkt. Wenn Sie beruflich viel im Auto sitzen, leisten Sie sich einen guten Autositz und nutzen Sie die Pausen zum Umhergehen, zum Recken und Strecken. Wenn Sie im Büro tätig sind, erledigen Sie möglichst viel im Stehen oder Gehen. Insbesondere bei Stress sind solche Bewegungspausen wichtig, um eine Anspannung der Nacken- und Rückenmuskulatur zu verhindern. Ändern Sie beim Sitzen regelmäßig Ihre Position, abwechselnd leicht vorgeneigt, aufrecht und zurückgelehnt.

Arbeitsplatzergonomie. Arbeitsstühle mit der Funktion „dynamisches Sitzen“ sind sinnvoll. Sie verfügen über eine Rückenlehne, die sich mitbewegt und gleichzeitig den Rücken stützt. Wenn Ihnen eine häufige Änderung der Sitzhaltung schwerfällt, wählen Sie eine dauerhafte Sitzposition, die zwischen Rücken und Oberschenkel einen Winkel von etwa 120° einschließt. Was früher als schlampige Haltung empfunden wurde, hat sich in neueren, wissenschaftlichen Studien als deutlich rückenfreundlicher erwiesen als eine „gerade“ Sitzhaltung mit einem rechten Winkel in der Hüfte. Wichtig für die Arbeitsplatzergonomie ist auch die richtige Höhe von Tisch und Stuhl. Idealerweise bilden Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel mindestens einen rechten Winkel. Wenn die Arme locker auf den Armlehnen aufliegen, entlastet diese Position den Schulterbereich. Handballenauflagen vor der Tastatur entspannen beim Tippen ebenfalls die Schultern, tun aber auch dem Nacken gut. Wenn Sie körperlich arbeiten, vermeiden Sie möglichst Tätigkeiten, die den Rücken belasten. Gelingt dies nicht, führen Sie die erforderlichen Arbeiten rückenschonend aus. Heben und tragen Sie Gegenstände mit geradem Rücken und gleichmäßiger Verteilung auf beide Arme. Tragen Sie schwere Lasten dicht am Körper und vermeiden Sie dabei unbedingt, den Oberkörper im Stand zu drehen. Besser: In die Hocke gehen statt sich zu bücken, soweit es Ihre Kniegelenke erlauben.

Gewichtsnormalisierung. Bauen Sie vorhandenes Übergewicht ab. Sie entlasten damit nicht nur Ihren Rücken, sondern steigern zugleich auch die Bewegungs- und Lebensfreude.

Komplementärmedizin

Pflanzenheilkunde. Bei starken akuten Rückenschmerzen sind standardisierte Pflanzenextrakte kaum eine Alternative zu den im Allgemeinen gut wirksamen synthetisch hergestellten Schmerzmitteln. Dementsprechend sind schmerzlindernde Kombinationspräparate wie z. B. Eschenrinde in Verbindung mit Zitterpappel (enthalten z. B. in Phytodolor® Tinktur) allenfalls dann empfehlenswert, wenn es sich um leichtere bzw. abklingende Rückenschmerzen handelt.

Sind Muskelverspannungen die Ursache für Rückenschmerzen, können Einreibungen mit ätherischen Ölen wie Arnikaöl, Johanniskrautöl, Rosmarinöl oder Eukalyptusöl (enthalten z. B. in Dolocyl® Muskel- und Gelenköl) die Beschwerden lindern.

Homöopathie. Die Homöopathie empfiehlt ein individuell abgestimmtes Konstitutionsmittel als Begleittherapie, z. B. zu physiotherapeutischen Maßnahmen. Hier kommen u. a. Aconitum, Bryonia, Nux Vomica, Rhus toxicodendron und Sulfur infrage.

Akupunktur. Das Einstechen feiner Nadeln in standardisierte Akupunkturpunkte hat zum Ziel, einen gestörten „Energiefluss“ zu normalisieren. Die Wirksamkeit ist bei chronischen Rückenschmerzen wissenschaftlich nachgewiesen. In den entsprechenden Studien war ein Therapieerfolg auch dann zu sehen, wenn die Nadeln außerhalb der vorgesehenen Punkte gesetzt wurden. Manche Kritiker gehen deshalb von einer unspezifischen Wirkung aus.

Biofeedback. Das in chronischen Fällen sinnvolle Verfahren visualisiert Anspannungs- und Entspannungszustände und versetzt so den Rückenschmerzpatienten in die Lage, mit stress- bzw. schmerzauslösenden Situationen besser umzugehen.

Weitere komplementärmedizinische Maßnahmen.

Weiterführende Informationen

www.patientenleitlinien.de – Unter der Rubrik Rückenschmerz finden Sie detaillierte Informationen zur Ursache und Therapie, im Rahmen des Wissensnetzwerks www.evidence.de der Universität Witten/Herdecke.www.qualimedic.de/ruecken – Internetseite der Qualimedic AG, einer „Arzt-Aktiengesellschaft“ aus Köln: Unter der Rubrik Orthopäden finden Sie ausführliche Selbsthilfemaßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung von Rückenproblemen. www.forum-schmerz.de – Internetseite des Deutschen Grünen Kreuzes, Marburg: Gut besuchtes Patientenforum. Unter dem Suchbegriff Rückenschmerzen finden Sie umfassende Informationen. www.starker-ruecken.com – Private, neutral und unabhängig zusammengestellte Internetseite mit Inhalten rund um das Thema Rückenschmerzen. Den Nutzern werden Buch- und Produkttipps, Links und allgemeine Informationen angeboten. Besonders hilfreich ist die Möglichkeit, sich mehr als 100 verschiedene Rückenübungen als Video anzusehen.J. Weingart et al.: Endlich ein gesunder Rücken. Mit gezielten Übungen schmerzfrei und entspannt. Urania, 2006. Den ärztlichen Ratgeber zeichnet eine Vielzahl reich bebilderter Übungen aus. M. Schwarz: Schmerzfrei mit der Dorn-Methode. Foitzick, 2007. Nützlicher Ratgeber, der die Prinzipien der Dorn-Methode in alltagstaugliche Rückenübungen umsetzt.

Schleudertrauma

Schleudertrauma (Beschleunigungsverletzung, HWS-Distorsion, Peitschenschlagverletzung): Zerrungen der Muskeln und Bänder an der Halswirbelsäule, verbunden mit schmerzhaften Verspannungen der Nacken- und Halsmuskulatur. Ursache ist eine unvorhergesehene Beschleunigung, meist von hinten, die eine plötzliche Kopfbewegung gegenüber dem fixierten Rumpf verursacht, z. B. bei Auffahrunfällen. Neben Schmerzen und Bewegungseinschränkung des Halses kommt es bei manchen Betroffenen auch zu vegetativen Beschwerden wie Übelkeit, Zittern und vermehrtem Schwitzen, selten auch zu Tinnitus oder Sehstörungen. Die Beschwerden halten in der Regel wenige Wochen an, werden aber in 2–3 % der Fälle auch chronisch.

Bei starken Schmerzen verordnet der Arzt Schmerzmittel. Eine Ruhigstellung der Halswirbelsäule mit Halskrawatte und körperliche Schonung ist hingegen in den meisten Fällen nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule gleich nach dem Ereignis oder am darauffolgenden Tag
  • Ausstrahlung der Beschwerden in Schulter und Arm möglich
  • Evtl. Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Übelkeit, Schwitzen und/oder Zittern
  • Evtl. Sehstörungen, Ohrgeräusche oder Taubheitsgefühle in Armen, Gesicht oder Schultern.

Wann zum Arzt

Innerhalb weniger Tage bei

  • anhaltender schmerzhafter Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule
  • anhaltendem Schwindel oder Kopfschmerzen nach einem Unfall.

Innerhalb eines Tages bei

  • Lähmungserscheinungen oder Sehstörungen oder nach einem Unfall.

Sofort zum Arzt bei

  • Bewusstlosigkeit und Gedächtnisschwund zum Ausschluss eines Schädel-Hirn-Traumas.

Die Erkrankung

Ursachen und Risikofaktoren

Ein Beschleunigungstrauma entsteht in der Regel durch eine plötzliche Beschleunigung oder einen Aufprall von hinten, zum Beispiel bei einem Autounfall, Autoscooterfahren oder auch beim Kampfsport. Durch die ruckartige und unerwartete Beugung und Überstreckung der Halswirbelsäule kommt es zu einer Zerrung der dortigen Bänder und Muskeln. Fast im gleichen Augenblick ist zu spüren, wie sich die Nacken- und Halsmuskulatur blitzartig verspannt. Dieser schmerzhafte Vorgang wird durch einen Reflex ausgelöst, der dem lebenswichtigen Schutz der Halswirbelsäule dient; er sorgt dafür, dass nur selten Verletzungen an den Bandscheiben oder gar am Rückenmark auftreten und bis zu 95 % der Schleudertraumen als leicht bis mäßig einzustufen sind (siehe Klassifikation unten).

Meist klingen die Beschwerden – mit oder ohne Behandlung – innerhalb einiger Tage wieder ab. Gelegentlich gehen sie jedoch in langwierige Nackenschmerzen über, oft mit Ausstrahlung in Kopf und Arme. Solche Beschwerden sind schwer zu fassen und nachzuweisen, da sie meist eine starke psychische Komponente enthalten.

Klinik und Verlauf

Die Beschwerden beim Schleudertrauma entwickeln sich meist direkt nach dem Unfallereignis. In leichteren Fällen können Nackenschmerzen und Übelkeit aber auch erst am darauffolgenden Tag auftauchen. Je nach Schweregrad halten die Beschwerden unterschiedlich lange an.

  • Schweregrad 1 zeichnet sich vor allem durch Nackenschmerzen aus, die in der Regel einige Tage bis Wochen dauern.
  • Beim Schweregrad 2 kommen Muskelverspannungen dazu, hier braucht es meist mehrere Wochen bis zur Abheilung.
  • Schweregrad 3 ist gekennzeichnet von Nervenschädigungen, bei Schweregrad 4 sind die Knochen (z. B. mit Brüchen) beteiligt. In diesen sehr seltenen Fällen kann die Heilung jahrelang dauern.

Im Durchschnitt sind die Beschwerden nach etwa einem Monat wieder verschwunden. Längere Verläufe sind auch bei leichten Schweregrad möglich, Risikofaktoren dafür sind beispielsweise

  • Weibliches Geschlecht
  • Hohes Alter
  • Hohe Schmerzstärke zu Beginn
  • Psychogene Faktoren wie Depressionen, Ängste, Stress und Konfliktsituationen.

Komplikationen

Eine wichtige Komplikation des Schleudertraumas ist die psychogene Fixierung der Krankheitszeichen. Allein die Bezeichnung "Schleudertrauma" führt bei manchen Patienten zu dem Eindruck, dass die Verletzung an der Halswirbelsäule weitaus größer ist als in Realität. Aus Angst und Anspannung bleiben Kopf- und Nackenschmerzen dann lange bestehen, auch wenn es dafür keinen körperlichen Grund gibt. Die Tatsache, dass ein Schleudertrauma meist durch Fremdverschulden entsteht, bestärkt bei manchen Menschen auch das Gefühl des Ausgeliefertseins und die Fehlverarbeitung des Geschehens.

Diagnosesicherung

Je nach Ursache und Ausmaß der Beschwerden zeigt die körperliche Untersuchung eine verminderte oder (selten) erhöhte Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Um eine Gehirnerschütterung auszuschließen, prüft der Arzt den neurologischen Status des Patienten und die Augenbeweglichkeit, zum Ausschluss eines Wirbelbruchs dient die Röntgenuntersuchung.

Weitere spezielle Untersuchungen ordnet der Arzt nur bei begründetem Verdacht an. Zum Ausschluss einer Bandverletzung der Wirbelsäule ist beispielsweise ein Kernspin erforderlich. Bei Verdacht auf eine Verletzung von Nerven oder Gleichgewichtsorgan veranlasst der Arzt die dafür erforderlichen Untersuchungen wie z. B. die Messung von Nervenleitgeschwindigkeit, Otoskopie und die Prüfung des Gleichgewichtorgans mithilfe der thermischen Labyrinthprüfung.

Differenzialdiagnosen. Die wichtigsten Differenzialdiagnosen sind der Wirbelkörperbruch, Gehirnerschütterung, Schädel-Hirn-Trauma und andere Verletzungen des Schädels.

Behandlung

Die Folgen eines Schleudertraumas lassen sich in den allermeisten Fällen gut konservativ behandeln. Eine operative Therapie ist nur sehr selten erforderlich, und zwar dann, wenn es dabei zu Nervenschäden oder Wirbelbruch gekommen ist.

Hinweis: Das Tragen spezieller Halsbandagen (Zervikalstütze, Cervicalstütze, "Halskrause") empfiehlt sich nicht. Durch die Fixierung des Halses in einer Position werden die Nackenmuskeln geschwächt und die Muskeln und Bänder versteifen, was den Heilungsverlauf verzögert.

Die Behandlung des normalen Schleudertraumas besteht aus folgenden Komponenten:

  • Aufklärung des Patienten über die Harmlosigkeit des Schleudertraumas und dessen gute Prognose.
  • Schmerztherapie. Starke Schmerzen erfordern anfangs oft eine Behandlung mit Schmerzmitteln, z. B. Paracetamol oder NSAR, eventuell auch mit muskelentspannenden Medikamenten, z. B. Tetrazepam. Bei lange anhaltenden Nackenschmerzen spritzt der Arzt möglicherweise ein Betäubungsmittel oder ein muskelentspannendes Medikament in die Nähe des schmerzenden Bereichs.
  • Physiotherapie und Wärme. Bei Muskelverspannungen helfen physiotherapeutische Dehnungsgriffe sowie Kälte- oder Wärmeanwendungen (z. B. Fango). Auch die Massage der verspannten Muskulatur und möglicher Triggerpunkte wird zur Therapie von Schmerzen und Verspannungen nach Schleudertrauma eingesetzt. In manchen Fällen empfiehlt der Arzt auch die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS).
  • Psychotherapie. Gelegentlich rät der Arzt zu einer psychotherapeutischen Behandlung, vor allem, wenn er vermutet, dass der Unfall bei dem Betroffenen zu einem langanhaltenden psychischen Stress führt.

Wenn die Beschwerden nicht innerhalb von 1–2 Wochen nach einem Unfall abklingen, wiederholt der Arzt die anfänglichen Untersuchungen oder ergänzt sie in Zweifelsfällen, um bisher nicht diagnostizierte Begleitverletzungen zu erkennen.

Prognose

Die Beschwerden eines Schleudertraumas verschwinden in der Regel in einem Zeitraum von bis zu 4 Wochen. Bei jedem zehnten Patienten dauert es jedoch bis zu einem halben Jahr, bis sich die Beschwerden wie Nacken- oder Schulterschmerzen komplett zurückgebildet haben. Bis zu 3 % der Betroffenen leiden noch nach 2 Jahren so stark unter Spätfolgen, dass sie bei der Ausübung ihres Berufs behindert sind.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Wärme an den Hals. Viele Schleudertrauma-Patienten profitieren von Wärme, weil verspannte Muskeln so leichter entkrampfen. Der schmerzende Nacken lässt sich z. B. durch Schals, Rollkragenpullover, erwärmte Kirschkernkissen oder Kartoffelwickel warmhalten.

Übungen. Lassen Sie sich vom Arzt oder Physiotherapeuten Übungen zeigen, die die Muskeln von Nacken und Schultern sanft lockern und stärken und die Beweglichkeit der Halswirbelsäule verbessern. Halten Sie auf jeden Fall Rücksprache, bevor sie mit falschem oder übermäßigem Training ihrer Halswirbelsäule schaden.

Komplementärmedizin

Entspannungsverfahren. Wenn Betroffene nach einem Schleudertrauma eine permanente psychische Anspannung entwickeln, leisten Entspannungsübungen wertvolle Dienste. Vor allem die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson hilft, den Wechsel von Anspannung und Entspannung bewusst zu erleben. Ebenso sind Yoga, andere fernöstliche Entspannungsmethoden oder Autogenes Training empfehlenswert, damit sich der verkrampfte Nacken löst.

Weiterführende Informationen

  • Umfangreiches Fachbuch zum Schleudertrauma mit interdisziplinärem Ansatz: Michael Graf et al., Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule: HWS-Schleudertrauma, Steinkopff Verlag 2009

Skoliose

Skoliose (idiopathische Skoliose): Fixierte Seitverbiegung der Wirbelsäule, meist kombiniert mit einer Verdrehung um die Längsachse. In knapp 90 % der Fälle ist die Ursache unbekannt (idiopathisch), 10 % sind Folgen von Lähmungen, Muskel- und Nervenerkrankungen, unterschiedlich langen Beinen und Unfällen. Skoliosen treten bei Mädchen viermal häufiger auf als bei Jungen. Die Therapieempfehlungen sind abhängig vom Ausmaß der Verbiegung und der Geschwindigkeit der Zunahme. Sie reichen von bloßer Beobachtung über Korsettbehandlung bis zur Operation. Wenn die Verbiegung nach dem Wachstumsabschluss zum Stillstand kommt, ist der Langzeitverlauf meist sehr gut. Nimmt die Verbiegung weiter zu, entwickeln sich eventuell schwere Verformungen von Wirbelsäule und Brustkorb, im Extremfall mit Beeinträchtigung innerer Organe.

Leitbeschwerden

  • Anfangs oft keine Beschwerden, selten Rückenschmerzen
  • Veränderung der Körperformen wie Höherstehen einer Schulter, einseitiges Vorstehen des Beckens, selten sichtbare Rückenkrümmung; meist zufällig von Beobachtern bemerkt (z. B. beim Umziehen oder Duschen)
  • Einseitiges Vorspringen des Brustkorbs (Rippenbuckel) oder der Lendenmuskulatur (Lendenwulst) beim Vornüberbeugen.

Wann zum Arzt

In den nächsten Wochen, wenn eine Veränderung der Körpersymmetrie auffällt

Die Erkrankung

Skoliosen entstehen während des Wachstums. Es gibt angeborene und frühkindliche Formen, die meisten Fälle werden aber im Alter von 10–14 Jahren auffällig. Dass in bestimmten Familien Skoliosen gehäuft vorkommen, spricht für eine erbliche Komponente. Oft finden sich die Krümmungsscheitel bei verwandten Betroffenen an den gleichen Stellen der Wirbelsäule. Die Verbiegung und Verdrehung der Wirbelsäule entsteht durch Wachstumsstörungen einzelner Wirbelabschnitte. Während des Wachstums nimmt die Fehlstellung deshalb meist zu, später verlangsamt sich die Zunahme oder kommt sogar zum Stillstand. Beträgt allerdings der Verbiegungswinkel mehr als 40°, ist auch im höheren Lebensalter mit einem Fortschreiten der Skoliose zu rechnen, im Einzelfall bis zu 3° pro Jahr. In unbehandelten Fällen entwickeln sich dadurch im Erwachsenenalter manchmal schwere Verformungen von Wirbelsäule und Brustkorb, die zunehmend Nerven und Wirbelkanal einengen und in extremen Fällen sogar die Funktion von Herz und Lunge stören.

Während des Wachstums kommen Rückenschmerzen bei Skoliosepatienten nicht häufiger vor als in der Allgemeinbevölkerung. Die betroffenen Kinder leiden unter der veränderten Körpersymmetrie, die besonders in der sensiblen Phase der Pubertät als Entstellung wahrgenommen wird. Wenn zusätzlich eine Korsettbehandlung nötig ist, nimmt die psychische Belastung zu, weil das Korsett die Bewegungsfreiheit einschränkt und sich meist nicht durch Kleidung kaschieren lässt.

Das macht der Arzt

Im Gespräch fragt der Arzt nach Skoliosen in der Familie, bestimmten Entwicklungsschritten (erste Periode, Wachstum) und eventuellen Beschwerden. Danach untersucht er Nervensystem und Wirbelsäule. Korrigierbare Verbiegungen, z. B. durch eine unterschiedliche Beinlänge, werden nicht als Skoliose bezeichnet; sie sind meist harmlos und leicht durch eine orthopädische Schuhzurichtung korrigierbar.

Durch das Röntgen der Wirbelsäule lässt sich die Verbiegung genau messen (Verfahren nach Cobb). Neben diesem Messwert fließen in die Therapieentscheidung noch weitere Kriterien ein, insbesondere die Geschwindigkeit der Skoliosezunahme und das noch zu erwartende Wachstum. Für die Behandlung gelten folgende Richtlinien:

  • Bei Skoliosen mit einer Verbiegung von weniger als 20° genügen regelmäßige Kontrollen, konsequenter Sport und eine spezielle Rückengymnastik.
  • Skoliosen mit einer Verbiegung von mehr als 20° erfordern das Tragen eines Korsetts; zusätzlich verordnet der Arzt Krankengymnastik. Die Korsettbehandlung ist Erfolg versprechend, bedeutet aber für junge Menschen in der Pubertät eine starke psychische Belastung und körperliche Einschränkung. Die Jugendlichen benötigen deshalb eine einfühlsame Motivation durch Familie und Freunde, um die erforderliche Tragedauer von 16–23 Stunden pro Tag einzuhalten.
  • Bei Skoliosen mit einer Verbiegung von mehr als 45–50° empfiehlt sich eine operative Behandlung. Sie hat zum Ziel, die Wirbelsäule möglichst gerade aufzurichten und in einer günstigen Stellung mit Stäben zu versteifen. Die postoperative Rehabilitation nimmt etwa ein halbes Jahr in Anspruch.
  • Als Verlaufskontrolle dienen wiederholte Röntgenuntersuchungen während des Wachstums in Abständen von 8–12 Monaten, später in deutlich größeren Zeitintervallen.

Prognose

Die nicht-operative Behandlung verlangsamt oder verhindert ein Fortschreiten der Skoliose. Entscheidend für den Therapieerfolg sind ein frühzeitiger Beginn und eine konsequente Durchführung, weil bestehende Verbiegungen ohne Operation kaum mehr rückgängig zu machen sind. Je kleiner die Verbiegung zum Wachstumsabschluss ist, umso wahrscheinlicher kommt die Skoliose im Erwachsenenalter dauerhaft zum Stillstand. Menschen mit leichter Skoliose leiden genauso häufig an Rückenschmerzen wie normal gewachsene Menschen.

Große Verbiegungen schreiten meist auch nach Wachstumsabschluss weiter fort und erfordern deshalb eine rechtzeitige Operation. Eine dauerhaft verbesserte Stellung und Statik ist dann aber mit einer bleibend eingeschränkten Beweglichkeit der Wirbelsäule verbunden. Wird ein günstiger Operationszeitpunkt verpasst, führt die zunehmende Skoliose manchmal zu schweren Störungen der Herz- und Lungenfunktion.

Selbsthilfe und Vorsorge

Sport und körperliche Aktivität, wie sie generell zur Selbsthilfe und Vorsorge bei Rückenschmerzen dienen, stärken die Rückenmuskulatur. Die Asymmetrie der Skoliose erfordert oft zusätzlich krankengymnastische Spezialübungen, deren Erfolg von einer konsequenten Durchführung abhängt. Die Motivation durch die Eltern ist hierfür genauso wichtig wie das regelmäßige Tragen eines Korsetts. Familie und Freunde haben die Aufgabe, die unter den Einschränkungen leidenden Kinder und Jugendlichen zu ermutigen und in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken.

Weiterführende Informationen

  • www.leitlinien.net – Stichwortsuche Skoliose: Ärztliche Leitlinie zu Diagnostik und Therapie der idiopathischen Skoliose im Wachstumsalter.
  • www.leitlinien.net – Stichwortsuche Wirbelsäulendeformitäten: Ärztliche Leitlinie zum Rehabilitationskonzept für Wirbelsäulendeformitäten.
  • www.skoliose.com – Informative Internetseite der Katharina Schroth Klinik, Bad Sobernheim, die auf die Behandlung von Skoliose spezialisiert ist.
  • www.skoliose-info-forum.de – Privat geführte Internetseite, Waxweiler: Informativ, interaktiv und mit Forum. Richtet sich an Patienten und Interessierte von Wirbelsäulendeformitäten (v. a. Skoliosen und Morbus Scheuermann).
  • www.bundesverband-skoliose.de – Internetseite des Bundesverbands Skoliose-Selbsthilfe e. V., Limbach: Seit 1971 bestehende Selbsthilfevereinigung mit rund 1 700 Mitgliedern, mit Selbsthilfegruppen in allen Bundesländern.
  • www.skoliose-aktiv.de – Internetseite der Skoliose Aktiv e. V., Stuttgart: 1996 gegründete Selbsthilfevereinigung, mit hilfreichen Informationen.
  • H. R. Weiß: Ich habe Skoliose. Pflaum, 2007. Praktischer Leitfaden für Betroffene, Angehörige und Therapeuten.

Spinalstenose

Spinalstenose (Spinalkanalstenose): Verengung des Wirbelkanals, meist durch verschleißbedingte Veränderungen an Wirbelgelenken, Bändern und Bandscheiben. Die Erkrankung ist im höheren Lebensalter sehr häufig. Sie betrifft vor allem die Lendenwirbelsäule und äußert sich in Rückenschmerzen, einschießenden Beinschmerzen, Schwäche der Beine und Problemen beim Gehen.

Behandelt wird zunächst mit entzündungshemmenden Medikamenten, Physiotherapie und Krankengymnastik. Versagt die konservative Therapie oder treten Lähmungen auf, helfen Entlastungsoperationen, die den Wirbelkanal erweitern. Bei über 60-Jährigen ist die Spinalstenose der häufigste Grund für eine Wirbelsäulenoperation.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Rückenschmerzen
  • Verstärkung der Beschwerden bei aufrechter Haltung, Verbesserung durch gebeugte Haltung, deshalb häufig Buckel beim Gehen
  • Schweregefühl, Schmerzen und Schwäche in den Beinen, besonders beim Gehen und Stehen, verkürzte Gehstrecken
  • Oft Taubheitsgefühl im Gesäß und/oder in den Beinen
  • Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule
  • Nackenschmerzen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Armen bei Befall der Halswirbelsäule.

Wann zum Arzt

Nach 1–2 Wochen bei

  • anhaltenden Rückenschmerzen, belastungsabhängigem Schweregefühl oder Schmerzen in den Beinen.

Innerhalb weniger Tage bei

  • anhaltender Taubheit in Gesäß oder Bein.

Die Erkrankung

Der in der Wirbelsäule liegende Wirbel- oder Spinalkanal wird aus den übereinander liegenden Löchern der einzelnen Wirbel gebildet und reicht von der Halswirbelsäule bis zum Steißbein. In diesem knöchernen Wirbelkanal verläuft gut geschützt das Rückenmark, dessen Spinalnerven seitlich aus kleinen Löchern des Wirbelkanals austreten, um Muskeln, Haut und innere Organe zu versorgen und Signale aus dem Körper in das Gehirn zu leiten. Wird der Wirbelkanal eingeengt, kommt es zu Druck auf Rückenmark, Nervenwurzeln und/oder Spinalnerven, und es entstehen je nach Lokalisation typische Beschwerden. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule von einer Spinalstenose betroffen, seltener Hals- oder Brustwirbelsäule.

Krankheitsentstehung und Ursachen

Nur sehr selten ist eine Spinalstenose als Fehlbildung angeboren. In den allermeisten Fällen entwickelt sie sich als altersbedingte Verschleißerscheinung der Wirbelsäule, die Erkrankung gehört deshalb zu den degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen.

Folgende Strukturen bilden zusammen die Wand des Wirbelkanals und können bei Veränderungen zu einer Spinalstenose führen:

  • Bandscheiben. Eine direkte Einengung des Kanals entsteht, wenn sich eine geschädigte Bandscheibe nach hinten in Richtung Wirbelkanal vorwölbt oder vorfällt (Bandscheibenvorfall).
  • Zwischenwirbelgelenke. Arthrosen der Zwischenwirbelgelenke wirken sich dagegen indirekt auf die Weite des Wirbelkanals aus, indem sie zur Bildung von knöchernen Ausziehungen (Spondylophyten) führen. Diese knöchernen Ausbildungen engen ihrerseits sowohl den Wirbelkanal als auch die Nervenaustrittslöcher ein, in der Folge kommt es zu Druck auf Rückenmark und Spinalnerven.
  • Ligamentum flavum. Dieses kräftige, in Längsrichtung verlaufende Band schließt den Wirbelkanal nach hinten ab. Ist es verdickt, drückt es auf das Nervengewebe und führt dadurch zu typischen Beschwerden (siehe unten).

Beschwerden bei Spinalstenose der Lendenwirbelsäule

Die Spinalstenose der Lendenwirbelsäule entwickelt sich häufig lange unbemerkt, die ersten Beschwerden zeigen sich meist als belastungsabhängige Kreuzschmerzen. Ist beispielsweise das Ligamentum flavum verhärtet und verdickt, entstehen die Schmerzen beim Stehen und beim Laufen und bessern sich, sobald sich der Patient nach vorne beugt oder hinsetzt. Das liegt daran, dass sich die Form dieses Bands mit der Körperposition ändert. Ist die Wirbelsäule leicht nach vorne gekrümmt, z. B. beim Sitzen, wird es gedehnt und verdünnt sich. Hierdurch öffnet sich der Wirbelkanal und bietet mehr Raum für das Rückenmark und die Nervenwurzeln. Ist die Wirbelsäule dagegen gestreckt, wie beim Stehen, verkürzt und verdickt sich das Band und verursacht durch Druck auf Nerven und Rückenmark starke Schmerzen. Führt die Spinalstenose durch degenerierte Bandscheiben oder knöcherne Ausziehungen zu Druck auf die Spinalnerven, kommt es zusätzlich zu ausstrahlenden Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Beinen.

Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens). Menschen mit einer Spinalstenose der Lendenwirbelsäule müssen aufgrund ihrer Schmerzen beim Gehen oft stehen bleiben. Manchen ist das peinlich, und sie geben dafür Gründe wie das Betrachten von Schaufenstern vor. Die Erkrankung wird deshalb umgangssprachlich auch Schaufensterkrankheit genannt, der Mediziner bezeichnet ein solches zeitweiliges Hinken Claudicatio intermittens. Doch nicht nur Wirbelsäulenerkrankungen, sondern auch schwere Durchblutungsstörungen der Beine bei pAVK können zu einer Schaufensterkrankheit oder Claudicatio intermittens führen. Zur Unterscheidung wird deshalb die Claudicatio intermittens, die auf einer Wirbelsäulenerkrankung beruht, Claudicatio intermittens spinalis oder nur Claudicatio spinalis genannt.

Beschwerden bei Spinalstenose der Halswirbelsäule

Ist die Halswirbelsäule betroffen, äußern sich die Beschwerden in Nackenschmerzen und Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Armen und Händen. Oft ist die Feinmotorik gestört, d. h. das Zuknöpfen von Hemden und Hosen oder das Greifen kleiner Gegenstände ist problematisch. Bei sehr starker Einengung des Spinalkanals im Halswirbelsäulenbereich sind manchmal auch die Nerven betroffen, die den unteren Teil des Körpers versorgen. Es kann deshalb zu Gangstörungen, Schmerzen in den Beinen oder zu Problemen bei der Kontrolle von Urin und Stuhl kommen.

Diagnosesicherung

Die Abhängigkeit der Beschwerden von Körperhaltung und Belastungssituation ist so typisch, dass der Arzt meist sofort die richtige Diagnose stellt. Die sichere Abgrenzung von ähnlichen Krankheitsbildern und die genaue Lokalisation der Einengung gelingt durch Röntgen, CT und Kernspin, gegebenenfalls mit Kontrastmitteln.

Differenzialdiagnosen: Weitere Ursachen für Schmerzen im Rücken und beim Gehen sind die oben genannte Claudicatio intermittens bei Durchblutungsstörungen (pAVK), Wirbelgleiten, Tumoren im Spinalkanal, Hüftgelenksarthrose und Polyneuropathien.

Behandlung

Konservative Therapie

Bei leichteren Beschwerden helfen meist konservative Behandlungsmaßnahmen. Dazu gehören:

  • Schmerzmittel, wobei der Arzt meist entzündungshemmende Wirkstoffe verordnet wie z. B. Ibuprofen (z. B. Ibu® oder Brufen®), Diclofenac (z. B. Voltaren® oder Diclac®), Piroxicam (z. B. Piroxicam-AbZ) oder ein Coxib (zum Beispiel Celebrex®). Sie können als Tabletten, als Schmerzpflaster oder über ein eingepflanztes Pumpensystem verabreicht werden.
  • Infiltrationstherapie mit Lokalanästhetika. Bei starken Schmerzen spritzt der Arzt örtlich betäubende Substanzen (Lokalanästhetika) in den betroffenen Bereich, was zumindest zu einer zeitweisen Linderung führt.
  • Infiltrationen in den Wirbelkanal. Am wirkungsvollsten sind Injektionen von einer Mischung aus Lokalanästhetikum und Kortison direkt in den Wirbelkanal (sog. epidurale oder peridurale Infiltrationen). Im Bereich der Lendenwirbelsäule wird dieses Verfahren auch sakrale Blockade genannt.
  • Physiotherapie, stabilisierende Krankengymnastik und Rückenschule.
  • Hilfsmittel wie spezielle Mieder und Korsette, die den betroffenen Wirbelsäulenabschnitt in eine günstigere Krümmung bringen. In der akuten Situation entlastet zudem das Schlafen in einem Stufenbett oder in Stufenlage den Rücken. Dabei liegt der Patient auf dem Rücken und lagert die Unterschenkel so auf eine Art Würfel, dass Hüfte und Knie in einem 90°-Winkel gebeugt sind.
  • Physikalische Schmerztherapien, z. B. hilft manchmal Ultraschall oder Wärmetherapie, in einigen Fällen auch die Behandlung mit Strom (TENS).

Operative Therapie

Starke Beschwerden lassen sich jedoch manchmal nur durch eine Operation beheben. Operiert wird auch bei neurologischen Ausfällen, d. h. wenn Nerven eingeengt sind und sich dadurch Sensibilitätsstörungen oder Lähmungen entwickeln.

  • Mikrochirurgische Dekompression. Bei dieser Standardoperation unter Vollnarkose entfernt der Chirurg über einen kleinen Hautschnitt in Höhe der Einengung die Strukturen, die auf das Nervengewebe drücken (z. B. Teile des Wirbelbogens, des verdickten Ligamentum flavum sowie knöcherne Ausziehungen).
  • Versteifungsoperation (Spondylodese). Die Entnahme größerer Knochenmassen bei einer Entlastungsoperation macht oft eine anschließende Versteifungsoperation erforderlich, um die Stabilität des operierten Wirbelsäulenbereichs zu erhalten. Dabei verbinden die Ärzte zwei oder mehr benachbarte Wirbelkörper mit kleinen Schrauben und Verbindungsstangen. Auch diese Operation ist häufig minimalinvasiv über ein Endoskop und nur kleine Hautschnitte möglich. Eine Spondylodese wird auch durchgeführt, wenn die Ursache der Spinalstenose eine Überbeweglichkeit der Wirbelsäule ist.
  • Interspinöser Spreizer. Hierbei pflanzt der Arzt kleine Metallimplantate zwischen die Dornfortsätze der betroffenen Wirbel. Diese 25h57Spreizer haben die Aufgabe, die Wirbel auseinanderzudrücken und damit den verengten Kanal aufzuweiten. Die langfristigen Ergebnisse fallen sehr unterschiedlich aus, weshalb viele Orthopäden dieses ambulant durchführbare Verfahren nur bei Patienten mit einem hohen Operationsrisiko empfehlen.

Hinweis: Weitere Informationen zur konservativen und operativen Behandlung im Übersichtsbeitrag Rückenschmerzen.

Prognose

Eine Spinalstenose entwickelt sich oft langsam und viele Patienten bekommen ihre Beschwerden mit konsequenter Krankengymnastik und Medikamenten recht gut in den Griff. Muss aufgrund nicht beeinflussbarer Schmerzen, Lähmungen oder anderen Nervenausfälle operiert werden, lassen sich damit die Schmerzen häufig verringern und die Gehstrecke wieder verlängern. Der Erfolg einer solchen Operation hängt jedoch davon ab, wie lange und wie stark Rückenmark und Nerven dem Druck ausgesetzt waren. Auch Vorerkrankungen beeinflussen den Operationserfolg, bei starkem Übergewicht, rheumatischen Erkrankungen und hohem Alter sind die Ergebnisse oft weniger gut.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Medikamente. Nehmen Sie die verordneten Medikamente regelmäßig ein, achten Sie auf eventuelle, in den Beipackzetteln verschriebene Nebenwirkungen. Manche Entzündungshemmer können die Magenschleimhaut schädigen, informieren Sie bei Magenschmerzen Ihren Arzt.

Konsequente Gymnastik. Wurde Ihnen Krankengymnastik, Rückenschule und/oder andere Bewegung verordnet, machen Sie regelmäßig Ihre Übungen, um die Rückenmuskulatur zu stärken. Wenn Sie noch mobil genug sind, fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie Radfahren dürfen. Radfahren ist für viele Betroffene aufgrund der gebeugten Haltung eine gute Möglichkeit, in Bewegung zu bleiben.

Vorsicht mit Selbstbehandlung. Im Internet kursieren zahlreiche Videos mit Übungen für Patienten mit Spinalstenose. Lassen Sie sich vor dem Nachturnen von Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten beraten, welche Angebote und Übungen für Sie die richtigen sind. Falsch durchgeführtes Training kann die Beschwerden verschlechtern.

Psychotherapie. Die Beschwerden einer Spinalstenose können sehr belastend sein. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob womöglich eine Psychotherapie erforderlich ist, um Sie bei der Bewältigung der Erkrankung zu unterstützen.

Spondylolisthese

Spondylolisthese (Spondylolisthesis, Wirbelgleiten, Gleitwirbel): Oft beschwerdefreie Verschiebung zweier Nachbarwirbel gegeneinander, wobei der obere der beiden nach vorn rutscht. In 80 % der Fälle kommt diese Instabilität der Wirbelsäule am 5. Lendenwirbel vor.

Bei der echten Spondylolisthese (Spondylolisthesis vera) tritt das Gleiten durch eine angeborene oder überlastungsbedingte Spaltbildung zwischen zwei Wirbelkörpern auf (Spondylolyse). Jungen sind hiervon zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Mädchen. Begünstigt wird das Wirbelgleiten durch Hohlkreuz-fördernde Sportarten wie Kunstturnen und Speerwerfen.

Bei der unechten Spondylolisthese (Pseudospondylolisthese) ist das Wirbelgleiten Zeichen einer verschleißbedingten Lockerung der Wirbelverbindungen. Zu einer echten Spaltbildung kommt es hierbei nicht.

Nur etwa 10 % der Betroffenen entwickeln Beschwerden wie z. B. Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen der Lendenwirbelsäule. In seltenen Fällen führen Beeinträchtigungen von Nerven oder Nervenwurzeln zu neurologischen Störungen wie Missempfindungen, Lähmungen oder Blasen- bzw. Mastdarmstörungen.

Zur Behandlung leichterer Beschwerden reicht Krankengymnastik, bei nicht beherrschbaren Schmerzen oder Nerveneinengung ist manchmal eine Versteifungsoperation erforderlich.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Häufig beschwerdelos
  • Rückenschmerzen, zum Teil mit Ausstrahlung ins Gesäß und in die Beine
  • Beinschmerzen nach einer längeren Gehstrecke, die sich durch eine Pause oder kurzes Hinsetzen bessern
  • Gefühl der Instabilität im Rückenbereich
  • Später Bewegungseinschränkung im Lendenwirbelsäulenbereich
  • Manchmal Gefühlsstörungen (Kribbeln oder Taubheit) oder Teillähmungen eines Beins
  • Selten Verlust der Kontrolle über Blase und Darm bei Einengung des Rückenmarks in weit fortgeschrittenen Stadien.

Wann zum Arzt

Nach 1–2 Wochen bei

  • anhaltenden, lokalen Rückenschmerzen.

Innerhalb einiger Tage bei

  • anhaltenden Gefühlsstörungen im Bein.

Innerhalb eines Tages bei

  • Lähmungserscheinungen in einem Bein.

Sofort bei

  • Kontrollverlust über Blase und Mastdarm (sehr selten).

Die Erkrankung

Der Wirbel besteht aus Wirbelkörper und Wirbelbogen, in dem das Rückenmark verläuft. An der Wirbelbogenwurzel sitzen Gelenkverbindungen, über die die einzelnen Wirbel mit ihrem oberen und unteren Nachbarn verbunden sind. Bei der echten Spondylolisthese bildet sich ein Spalt zwischen oberem und unterem Gelenkfortsatz (Spondylolyse). Da meistens beide Seiten eines Wirbelbogens betroffen sind, geht die feste Verbindung verloren, der Wirbelkörper (mitsamt dem über ihm gelegenen Rest der Wirbelsäule) kann also nach vorne, seltener nach hinten weggleiten.

Ursachen einer solchen Spaltbildung sind

  • genetische Veranlagung, wobei sich der Spalt erst im Verlauf der Kindheit ausbildet
  • körperliche Überlastung mit starker Hohlkreuzbildung in der Kindheit, z. B. Sportarten wie Kunstturnen, Speerwerfen, Judo, Ringen, Trampolinspringen, Gewichtheben und Delfinschwimmen
  • Fehlbildungen der Wirbel
  • Verletzungen der Wirbelsäule.

Die Pseudospondylolisthese betrifft v. a. ältere Menschen. Sie beruht auf verschleißbedingten Schäden an Bandscheiben und Zwischenwirbelgelenken, wobei es allerdings nicht zu einer Spondylolyse kommt. Insbesondere der 4. und 5. Lendenwirbel lösen sich bei mangelhafter Fixierung aus dem Verbund und rutschen oder kippen nach vorne.

Klinik und Verlauf

Die echte Spondylolisthese beginnt meist im Kindes- und Jugendalter. Kommt es zu einer Instabilität der Wirbelsäule, gleicht der Körper diese zunächst durch vermehrte Muskelarbeit aus. In diesem Stadium spürt der Betroffene nichts von seiner Erkrankung. Auf Dauer macht sich die ständige Überlastung von Bändern und Muskeln in Form von Rückenschmerzen bemerkbar. Später kommt es auch zu spastischen Verkrampfungen der Muskulatur im Bereich von Lendenwirbelsäule, Hüfte und Becken und dadurch zu einer sogenannten Hüftlendenstrecksteife. Diese erkennt man am Schiebegang, bei dem der Betroffene das Bein beim Gehen nicht mehr in der Hüfte beugen kann, sondern diese mit nach vorne schiebt. Engt die Spondylolisthese die Nervenwurzeln ein, strahlen die Schmerzen typischerweise in die Beine aus.

Die unechte Spondylolisthese bleibt oft ohne Beschwerden, kommt es zu Schmerzen, machen sich diese meist als Kreuzschmerzen bemerkbar. Zudem entwickeln die Patienten manchmal wie bei einer Spinalstenose Schmerzen beim Gehen, die zu einem zeitweiligen Hinken (medizinisch Claudicatio intermittens spinalis) führen können.

Diagnosesicherung

Weil Spondylolisthesen in den meisten Fällen keine Beschwerden verursachen, sind sie häufig ein röntgenologischer Zufallsbefund. Bei starker Ausprägung werden sie aber auch "von außen" sichtbar, z. B. durch eine vermehrte Hohlkreuzbildung und einen stark vorgeschobenen Rumpf. Bei der körperlichen Untersuchung kann der Arzt dann manchmal auch eine Stufe in der Lendenwirbelsäule tasten (Sprungschanzenphänomen). In schweren Fällen kippt das Becken kompensatorisch so weit nach vorn, dass im Stehen Knie- und Hüftgelenke gebeugt werden.

Eine Hüftlendenstrecksteife weist der Arzt mit dem Lasègue-Test nach: Dabei hebt der Arzt das gestreckte Bein des auf den Rücken liegenden Patienten an. Der Test ist positiv, wenn sich das Bein nicht in der Hüfte beugt, sondern der Patient schmerzreflektorisch den gesamten Rumpf mit anhebt.

Zum Nachweis der Spondylolisthese dienen Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule von vorne und von der Seite. Mit den Aufnahmen bestimmt der Arzt auch das Ausmaß der Erkrankung und teilt sie in einen der 4 Schweregrade nach Meyerding ein (bei Grad I ist der obere Wirbel um 25 % nach vorne geglitten, bei Grad II bis 50 %, bei Grad III bis 75 % und bei Grad IV über 75 %). Findet der Arzt bei der körperlichen Untersuchung Hinweise auf eine Nerveneinklemmung (Missempfindungen, verminderte Muskeleigenreflexe, Lähmungen), benötigt er zur Planung der Therapie zusätzlich eine MRT-Aufnahme.

Differenzialdiagnosen. Ähnliche Rückenschmerzen verursacht beispielsweise das Facettensyndrom, bei einer Claudicatio spinalis ist eine Spinalstenose auszuschließen. Daneben können röntgenologisch sichtbare Verschiebungen von Wirbeln auch durch Tumoren, Wirbelsäulenentzündungen oder Wirbelbrüche verursacht werden.

Behandlung

Da 80 % der Patienten keine Beschwerden haben, bedürfen sie auch keiner speziellen Therapie. Stellen sich Rückenschmerzen ein, gelten die gleichen konservativen Ansätze wie bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen. Wichtige Bausteine der Behandlung sind:

  • Krankengymnastik mit gezielten Übungen zur Stärkung von Bauch- und Rückenmuskulatur
  • Rückenschule
  • Abnehmen bei Übergewicht
  • Vermeiden begünstigender Sportarten (Trampolinspringen, Turnen, Speerwerfen, Gewichtheben).

Bei akuten Schmerzen helfen

  • Schmerzmittel wie Diclofenac (z. B. Voltaren® oder Diclac®), Ibuprofen (z. B. Ibu® oder Brufen®) oder Paracetamol (z. B. ben-u-ron®), manchmal empfiehlt der Arzt auch die Injektion von Lokalanästhetika (betäubende Wirkstoffe) in die Haut oder direkt an die Nervenwurzel
  • medizinische Massagen
  • evtl. kurzzeitig Mieder oder Korsett.

Hinweis: Die genannten konservativen Therapieverfahren können ein Voranschreiten der Spondylolisthese nicht aufhalten. Deshalb sind bei Kindern in der Wachstumsphase regelmäßige klinische und röntgenologische Kontrollen erforderlich, um eine etwaige Änderung des Schweregrads zu erkennen und gegebenenfalls darauf eingehen zu können.

Operative Versorgung. Symptome einer schweren Nerveneinengung machen eine Operation erforderlich. Empfohlen wird die operative Behandlung auch oft bei höhergradigem Schweregrad (Meyerding III und IV) oder wenn die Schmerzen über sechs Monate hinweg mit konservativen Maßnahmen nicht zu beherrschen sind. Je nach Ausprägung des Wirbelgleitens kommen folgende Verfahren zum Einsatz:

  • Versteifung des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts (Spondylodese)
  • Verschraubung des gespaltenen Wirbelbogens (vor allem bei Kindern).
  • Abtragung von knöchernen Anteilen oder Bandscheibenteilen bei Einengung von Nervenwurzeln oder Nerven.

Prognose

Bei einer leichten Spondylolisthese lassen sich Rückenschmerzen mit geeigneten Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur meist innerhalb weniger Monate deutlich bessern. Das Fortschreiten der Erkrankung ist mit rein konservativen Maßnahmen jedoch nicht aufzuhalten.

Ist eine Versteifungsoperation erforderlich, beseitigt diese sowohl die Beschwerden durch die Nerveneinengung als auch die Schmerzen, die durch die Instabilität der Wirbelsäule entstehen. In der Folge steigt jedoch die Belastung der benachbarten, nicht versteiften Segmente und begünstigt dort frühzeitige Verschleißerscheinungen.

Das Wirbelgleiten kann in jedem Stadium spontan zum Stillstand kommen.

Ihr Apotheker empfiehlt

Wenn Ihr Kind betroffen ist

  • Gehen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig zu den erforderlichen Röntgenkontrollen, damit Sie frühzeitig auf eine eventuelle Zunahme der Verschiebung reagieren können.
  • Sollte Ihr Arzt eine Operation empfehlen, holen Sie sich eine zweite Meinung ein.
  • Unterstützen Sie Ihr Kind beim Aufbau seiner Bauch- und Rückenmuskeln. Suchen Sie gemeinsam einen geeigneten Sport wie Pilates, Radfahren oder Rückenschwimmen aus und sorgen Sie dafür, dass es bei der Stange bleibt.
  • Vermeiden Sie unbedingt, dass Ihr Kind Hohlkreuz-fördernden Sport treibt. Trampolinspringen, Speerwerfen und Turnen sind bei einer Spondylolisthese ebenso ungünstig wie Delfinschwimmen.

Was Sie selbst tun können

Die Selbsthilfe bei Rückenschmerzen beruht auf drei Prinzipien: Bewegung, Bewegung und Bewegung – soweit sie nicht schmerzt. Dabei spielt das Engagement des Betroffenen im Rahmen der Selbsthilfe eine ebenso wichtige Rolle wie die Behandlung durch den Arzt. Dies gilt neben der Behandlung von Rückenschmerzen umso mehr für deren Vorbeugung: Auch nach der wirkungsvollsten Behandlung kehren Rückenschmerzen wieder, wenn der Betroffene im Alltag nicht weiterhin auf seinen Rücken achtet.

  • Gehen Sie möglichst zu Fuß oder benutzen Sie das Fahrrad. Ziehen Sie die Treppe dem Lift oder der Rolltreppe vor.
  • Machen Sie Sport. Rückenschonende und die Rumpfmuskulatur trainierende Sportarten sind Aquajogging, Radfahren, Nordic Walking, Skilanglauf. Achten Sie dabei auf eine gute Ausrüstung (Laufschuhe).
  • Beginnen Sie ein Krafttraining im Fitnessstudio, wenn Ihnen diese Art Sport liegt. Unter kompetenter Betreuung lässt sich damit gezielt Muskulatur aufbauen, die den Rücken stärkt.
  • Wenn Sie beruflich viel im Auto sitzen, leisten Sie sich einen guten Autositz und nutzen Sie die Pausen zum Umhergehen, zum Recken und Strecken.
  • Wenn Sie im Büro tätig sind, erledigen Sie möglichst viel im Stehen oder Gehen. Insbesondere bei Stress sind solche Bewegungspausen wichtig, um eine Anspannung der Nacken- und Rückenmuskulatur zu verhindern. Ändern Sie beim Sitzen regelmäßig Ihre Position, abwechselnd leicht vorgeneigt, aufrecht und zurückgelehnt.

Krankengymnastik. Gezielte Übungen helfen beim Aufbau stützender Muskelgruppen, die die Wirbelsäule stabilisieren. Sie dehnen verspannte und verkürzte Muskeln und verbessern damit die Rückenbeweglichkeit. Außerdem schulen sie Koordination und Körpergefühl, was langfristig zu rückenfreundlicheren und gesünderen Bewegungsmustern führt.

Hinweis: Die Wirksamkeit von Krankengymnastik ist bei Rückenschmerzen wissenschaftlich erwiesen, jedoch nur bei konsequenter (täglicher) Fortführung der Übungen zu Hause.

Krankengymnastik an Geräten (Bewegungstherapie). Durch Training an Fitnessgeräten wird der gezielte Muskelaufbau unterstützt. Unter kompetenter Anleitung durch eine Fachkraft ist sie bei Rückenschmerzen ein wichtiges Behandlungsverfahren mit nachhaltiger Wirkung.

Physikalische Verfahren. Physikalische Verfahren wie Wärme (Rotlicht, Fango, heiße Rolle), Kälte (Eis, Wechselduschen) und Strom (Gleichstrom, verschiedene Wechselströme, TENS-Therapie) lindern Rückenschmerzen, verbessern die Durchblutung, entspannen oder aktivieren die Muskulatur. Die Effekte sind kurzfristig messbar; eine langfristige Wirksamkeit besteht aber nicht.

Sanfte Bewegungstherapien. Yoga, Tai Chi und Qigong, Feldenkrais oder Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson schulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten das Körperbewusstsein, ändern Bewegungsmuster und verbessern die Koordination der Bewegungen. Obwohl ursprünglich nicht als Rückentherapie entwickelt, haben sich diese übenden Mind-Body-Verfahren in der Praxis gut zur Behandlung von chronischen, teils auch akuten Rückenschmerzen bewährt. Insbesondere für Yoga liegen auch wissenschaftliche Wirknachweise vor.

Rückenschule. Die Anleitung zur Selbsthilfe will neben gymnastischen Übungen zur Stärkung der Muskulatur und der Beweglichkeit auch Wissen zu rückenschonendem Verhalten vermitteln. Krankenkassen, Krankengymnasten und Rehabilitationskliniken bieten hierzu Kurse an, deren Kosten häufig die Krankenkasse übernimmt. Die Rückenschule ist bei chronischen Rückenproblemen dann hilfreich, wenn der Betroffene die erlernten Techniken in Eigenregie in seinem Alltag einsetzt.

Arbeitsplatzergonomie. Arbeitsstühle mit der Funktion "dynamisches Sitzen" sind sinnvoll. Sie verfügen über eine Rückenlehne, die sich mitbewegt und gleichzeitig den Rücken stützt. Wenn Ihnen eine häufige Änderung der Sitzhaltung schwerfällt, wählen Sie eine dauerhafte Sitzposition, die zwischen Rücken und Oberschenkel einen Winkel von etwa 120° einschließt. Was früher als schlampige Haltung empfunden wurde, hat sich in neueren, wissenschaftlichen Studien als deutlich rückenfreundlicher erwiesen als eine "gerade" Sitzhaltung mit einem rechten Winkel in der Hüfte. Wichtig für die Arbeitsplatzergonomie ist auch die richtige Höhe von Tisch und Stuhl. Idealerweise bilden Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel mindestens einen rechten Winkel. Wenn die Arme locker auf den Armlehnen aufliegen, entlastet diese Position den Schulterbereich. Handballenauflagen vor der Tastatur entspannen beim Tippen ebenfalls die Schultern, tun aber auch dem Nacken gut.

Rückenschonend arbeiten. Wenn Sie körperlich arbeiten, vermeiden Sie möglichst Tätigkeiten, die den Rücken belasten. Gelingt dies nicht, führen Sie die erforderlichen Arbeiten rückenschonend aus. Heben und tragen Sie Gegenstände mit geradem Rücken und gleichmäßiger Verteilung auf beide Arme. Tragen Sie schwere Lasten dicht am Körper und vermeiden Sie dabei unbedingt, den Oberkörper im Stand zu drehen. Besser: In die Hocke gehen, statt sich zu bücken, soweit es Ihre Kniegelenke erlauben.

Gewicht normalisieren. Bauen Sie vorhandenes Übergewicht ab. Sie entlasten damit nicht nur Ihren Rücken, sondern steigern zugleich auch die Bewegungs- und Lebensfreude.

Komplementärmedizin

Pflanzenheilkunde. Bei starken akuten Rückenschmerzen sind standardisierte Pflanzenextrakte kaum eine Alternative zu den im Allgemeinen gut wirksamen synthetisch hergestellten Schmerzmitteln. Dementsprechend sind schmerzlindernde Kombinationspräparate wie z. B. Eschenrinde in Verbindung mit Zitterpappel (enthalten z. B. in Phytodolor® Tinktur) allenfalls dann empfehlenswert, wenn es sich um leichtere bzw. abklingende Rückenschmerzen handelt.

Sind Muskelverspannungen die Ursache für Rückenschmerzen, können Einreibungen mit ätherischen Ölen wie Arnikaöl, Johanniskrautöl, Rosmarinöl oder Eukalyptusöl (enthalten z. B. in Dolocyl® Muskel- und Gelenköl) die Beschwerden lindern.

Akupunktur. Das Einstechen feiner Nadeln in standardisierte Akupunkturpunkte hat zum Ziel, einen gestörten "Energiefluss" zu normalisieren. Die Wirksamkeit ist bei chronischen Rückenschmerzen wissenschaftlich nachgewiesen. In den entsprechenden Studien war ein Therapieerfolg auch dann zu sehen, wenn die Nadeln außerhalb der vorgesehenen Punkte gesetzt wurden. Manche Kritiker gehen deshalb von einer unspezifischen Wirkung aus.

Biofeedback. Das in chronischen Fällen sinnvolle Verfahren visualisiert Anspannungs- und Entspannungszustände und versetzt so den Rückenschmerzpatienten in die Lage, mit stress- bzw. schmerzauslösenden Situationen besser umzugehen.

Stumpfes Bauchtrauma

Stumpfes Bauchtrauma: Verletzung des Bauchraums durch stumpfe Gewalt, häufig verursacht durch Autolenkräder oder Fahrradlenker. Leichte Verletzungen sind häufig und heilen meistens ohne Behandlung. Bei stärkerer Gewalteinwirkung entstehen eventuell Milzrisse, Leberrisse (Leberrupturen) oder Bauchspeicheldrüsenrisse (Pankreasrupturen), die meist zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen führen und deshalb in der Regel eine rasche Operation erfordern. Verletzungen von Magen, Darm, Blase und Nieren werden ebenfalls operiert, da sie ohne Therapie meist eine gefährliche Bauchfellentzündung und/oder Blutvergiftung verursachen.

Leitbeschwerden

  • Bauchschmerzen nach Schlag oder Tritt in den Bauch
  • Häufig Schockzeichen wie kalter Schweiß, Schwindel, Herzrasen, Unwohlsein, Angst und innere Unruhe.

Wann zum Arzt

Am gleichen Tag nach einem Unfall mit Schlag oder Tritt gegen den Bauch oder den Brustkorb mit anschließenden Schmerzen

Sofort mit dem Notarzt ins Krankenhaus bei Schockzeichen wie Herzrasen, Kaltschweißigkeit und Angst.

Die Erkrankung

Der Begriff „stumpfes Bauchtrauma“ deckt ein weites Spektrum von Verletzungen ab: vom harmlosen Bluterguss in der Bauchwandmuskulatur bis zum Milzriss und Leberriss mit akut lebensbedrohlichen Blutungen. Gefährlich sind auch Verletzungen von Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Nieren und Harnwegen; sie führen oft innerhalb mehrerer Tage bis Wochen zu Blutvergiftungen oder Bauchfellentzündungen. Viele lebensbedrohliche Folgen innerhalb des Bauchraums gehören zum Krankheitsbild des akuten Abdomens.

Da selbst harmlos scheinende Unfälle gelegentlich zu gefährlichen Verletzungen der Bauchorgane führen, ist es wichtig, nach stumpfer Gewalt gegen den Bauch auch bei geringfügigen Beschwerden frühzeitig einen Arzt aufzusuchen – im Zweifelsfall lieber zu häufig als zu selten. Die Chance, schwere Bauchverletzungen ohne bleibenden Schaden zu überstehen, ist am höchsten, wenn die Operation innerhalb der ersten acht Stunden erfolgt.

Das macht der Arzt

Die erste Aufgabe des Arztes besteht darin, möglichst rasch gefährliche von unbedenklichen Situationen zu unterscheiden. Zu diesem Zweck misst er Blutdruck und Puls, tastet und hört Bauch und Brust ab. Eine Ultraschalluntersuchung zeigt eventuelle Blutungen sowie mögliche Milz- und Leberverletzungen, Röntgen- oder CT-Aufnahmen von Bauch und Brustkorb geben einen Hinweis auf schwere Magen- und Darmverletzungen. Durch mehrfache Blutuntersuchungen lässt sich ein (eventuell zunehmender) Blutverlust erfassen.

Früher wurde, um eine Blutung auszuschließen, eine Bauchhöhlenspülung (Peritoneallavage) mithilfe eines dünnen Schlauchs (Katheter) durchgeführt, den der Arzt über einen kleinen Schnitt in die Bauchhöhle einführte. Dieser diagnostische Eingriff erübrigt sich aber heute durch die moderne, hochauflösende bildgebende Diagnostik.

Eine starke Blutung erfordert eine sofortige Operation, bei der jede Minute zählt. Auch ein Loch in Magen oder Darm macht eine rasche Operation notwendig, allerdings mit etwas geringerem Zeitdruck. Bei einer leichten Blutung oder einem Bluterguss in Leber und Milz ist dagegen eine abwartende Haltung möglich, solange Blutdruck und Puls stabil sind. Die Betroffenen bleiben auf der Intensivstation und werden regelmäßig daraufhin untersucht, ob die Blutung von selbst zum Stillstand kommt. Gelingt es rechtzeitig, Blutungen zu stillen und die Folgen des Blutverlusts für den gesamten Organismus zu beherrschen, heilen die Verletzungen meist ohne bleibende Folgen.

Bei schweren Verletzungen der Milz ist es gelegentlich erforderlich, das gesamte Organ zu entfernen, wenn die – meist lebensbedrohliche – Blutung anders nicht zu stillen ist. Aus dem gleichen Grund ist der Chirurg manchmal gezwungen, Teile der Leber zu entfernen. Der Verlust der Milz führt zu einer gewissen Abwehrschwäche, deren Folgen sich jedoch durch verschiedene Impfungen, besonders gegen Pneumokokken, weitgehend auffangen lassen. Ansonsten hat die Entfernung der Milz oder eines Teils der Leber in der Regel keine einschneidenden Folgen für das spätere Leben.

Erste Hilfe

Der Bauchverletzte sollte immer liegen. Eine Rolle aus Decken oder Kleidung unter den Knien und eine Kopfunterlage entspannen die Bauchdecke und reduzieren auf diese Weise den Schmerz.

Der elterliche Reflex, Kinder bei Bauchschmerzen aller Art mit einer Wärmeflasche zu versorgen, ist bei einem stumpfen Bauchtrauma fehl am Platz. Wärme fördert nämlich die Durchblutung und verstärkt damit einen eventuellen Blutverlust.

Weiterführende Informationen

  • www.erste-hilfe-fuer-kinder.de – Private Internetseite eines Vaters aus Berlin: Steuern Sie unter der Rubrik Erste Hilfe das Thema Verletzungen an zu Ursache, Beschwerdebild und Behandlung von Bauchverletzungen.

Trichterbrust

Trichterbrust (Pectus excavatum): Verformung des vorderen Brustkorbs mit trichterförmiger Eindellung des Brustbeins, bedingt durch eine Wachstumsstörung der Knorpelverbindungen zwischen Brustbein und Rippen. Eines von 400 Kindern ist von der angeborenen Störung betroffen, Jungen dreimal häufiger als Mädchen. Körperliche Beeinträchtigungen sind sehr selten, im Vordergrund steht die psychische Belastung.

Liegen keine körperlichen Beschwerden vor, besteht die Therapie aus Haltungstraining und Krankengymnastik, neuerdings kommen auch Saugglocken als nichtoperative Behandlungsverfahren zum Einsatz. Eine Trichterbrust lässt sich auch operativ gut korrigieren. Erforderlich ist der Eingriff, wenn die Fehlbildung Herz oder Lunge beeinträchtigt. Weitaus häufiger wird die Trichterbrust jedoch aus kosmetischen Gründen operiert.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Symmetrische oder asymmetrische Verformung des Brustkorbs mit eingesunkenem Brustbein
  • Häufig Fehlhaltung mit Rundrücken, nach vorne geneigten Schultern, Hohlkreuz mit ballonartig hervortretendem Bauch
  • Bei Kindern meist keine körperlichen Beschwerden
  • Selten Engegefühl, Sodbrennen, vermehrter Schluckauf
  • Später manchmal Schmerzen beim tiefen Atmen und Rückenschmerzen, vor allem durch fehlhaltungsbedingte Muskelverspannungen und -verkürzungen
  • Bei körperlicher Belastung manchmal Herzjagen oder Atemnot durch Beeinträchtigung von Herz- und/oder Lungenfunktion.

Wann zum Arzt

Beim Kleinkind, wenn

  • eine Fehlstellung des Brustbeins auffällt.

Vor der Pubertät, wenn

  • der kosmetische Aspekt zum Problem wird.

Die Erkrankung

Die erste bis siebte Rippe ist mit dem Brustbein über den Rippenknorpel verbunden. Kommt es an dieser Stelle zu einem Fehlwachstum, kann eine Trichterbrust entstehen. Die Ursache ist unklar, in 30 % ist die Fehlbildung wahrscheinlich erblich bedingt. Gelegentlich tritt eine Trichterbrust in Kombination mit einem Marfan-Syndrom auf, einer genetisch bedingten Anomalie des Bindegewebes. Meist fällt die Trichterbrust bereits im Säuglingsalter auf, wobei die Verformung bis zum Abschluss des Wachstums noch zunimmt.

Körperliche Beschwerden finden sich bei den betroffenen Kindern nur selten, auch starke Einengungen des Brustraums haben in der Regel keine Funktionsstörung von Herz oder Lunge zur Folge. Wenn es doch zu Störungen kommt, äußern sich diese in Kurzatmigkeit und Herzklopfen bei körperlicher Betätigung, z. B. beim Sport. Manche Betroffenen berichten auch über ein Engegefühl in der Brust, vermehrtes Sodbrennen und häufigen Schluckauf. Inwieweit das veränderte Aussehen zu psychischen Problemen führt, hängt sowohl von der Stärke der Fehlstellung als auch von der Persönlichkeit des Betroffenen ab.

Im Erwachsenenalter beginnen die Beschwerden oder nehmen tendenziell zu, da die Trichterbrust meist verbunden ist mit Fehlhaltungen, Muskelverspannungen und Muskelverkürzungen. Diese verursachen wiederum Rückenschmerzen oder Schmerzen beim tiefen Atmen.

Diagnosesicherung

Die Trichterbrust ist eine sogenannte Blickdiagnose – d.h., der Arzt erkennt sie auf einen Blick. Er dokumentiert und objektiviert sie durch seitliche und frontale Fotografien, Röntgenbilder und Messungen des Brustumfangs an verschiedenen Stellen. Ist die Trichterbrust stark ausgeprägt, erfolgt eine Untersuchung von Herz und Lunge, z. B. anhand eines Elektrokardiogramms des Herzens (EKG) in Ruhe und unter Belastung sowie einer Lungenfunktionsprüfung. Ebenso wichtig ist es für den Arzt, den Leidensdruck des Betroffenen zu erfassen. Von den Ergebnissen dieser Untersuchungen hängt die Entscheidung für oder gegen eine operative Behandlung ab. Ist eine Operation geplant, ergänzt der Arzt die Diagnose durch eine dreidimensionale CT-Darstellung des Brustkorbs.

Behandlung

Konservative Behandlung

Bei Kindern und Jugendlichen ohne Beschwerden empfiehlt der Arzt vor allem Atemübungen, um einer möglichen Kurzatmigkeit vorzubeugen. Zusätzliche Muskelaufbauübungen können bei einer leichten Trichterbrust die Fehlstellung vermindern, dazu sind allerdings ein regelmäßiges Training und sehr viel Geduld erforderlich. Außerdem ist es hilfreich, begleitende Fehlhaltungen, z. B. Rundrücken, hängende Schultern oder Hohlkreuz, ebenfalls durch Krankengymnastik zu korrigieren. Der Aufbau einer natürlichen Haltung nimmt der Trichterbrust viel Belastendes, stärkt das Selbstvertrauen des Betroffenen und verbessert zusätzlich die Atemfunktion.

Eine neue, nicht operative Behandlungsmethode setzt auf Saugglocken aus Silikon, um durch leichten Unterdruck das Brustbein langsam zu heben. Die Saugglocke muss zweimal täglich für etwa eine halbe Stunde auf die Brust aufgesetzt werden. Bei regelmäßiger Anwendung beträgt die Behandlungsdauer je nach Tiefe des Trichters mehrere Monate bis Jahre, im Durchschnitt etwa 6 bis 9 Monate. Den Berichten nach profitieren Kinder ab 4 Jahren ebenso wie Erwachsene im mittleren Lebensalter von dieser Methode; Langzeitergebnisse stehen aber noch aus.

Operative Behandlung

Zur operativen Behandlung der Trichterbrust kommen minimal-invasive oder offene Verfahren zum Einsatz.

Beim minimalinvasiven Verfahren nach Nuss, der Regenschirmmethode, führt der Operateur über kleine Schnitte einen Metallbügel ein und hebt damit das Brustbein an. Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Nach 2–4 Jahren wird der Bügel über Schnitte an der gleichen Stelle wieder entfernt. Mit dieser Methode lassen sich bei Patienten unter 30 Jahren gute kosmetische Ergebnisse erzielen.

Stark asymmetrische Fehlstellungen erfordern meist eine offene Operation, am häufigsten nach dem Verfahren von Ravitch. Dabei durchtrennt der Operateur Brustbein und Rippenknorpel und vernäht sie anschließend in korrigierter Stellung. Auch dieses Verfahren führt zu guten Resultaten. Eine rein kosmetische Operation ist das Einpflanzen eines extra angefertigten Silikonimplantats, das in die eingesunkene Stelle des Brustbeins eingelegt wird und so optisch die Delle ausgleicht. Statt eines Silikonimplantats kann der Operateur den "Trichter" auch mit Muskelgewebe oder Fett auffüllen. Ein Implantat ist jedoch nur bei geringgradig ausgeprägter Trichterbrust geeignet und muss – weil rein kosmetische Korrektur – vom Betroffenen selbst bezahlt werden.

Prognose

Eine leichte Trichterbrust ist eher ein kosmetisches als ein gesundheitliches Problem. Durch Muskelaufbau, Haltungs- und Atemübungen lässt sich späteren Folgen gut vorbeugen.

Wird eine Trichterbrust aus kosmetischen Gründen oder aufgrund von Beschwerden operiert, sind die Ergebnisse sowohl bei der minimal-invasiven als auch bei der offenen Operation in der Regel gut.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Bauchatmung. Versuchen Sie, möglichst viel tief in den Bauch zu atmen. Bei einer Trichterbrust fällt dies zunächst häufig schwer und muss trainiert werden, zudem verkrampft sich oft das Zwerchfell. Bewusstes Atmen in den Bauch bessert aber die Lungenfunktion und entspannt das Zwerchfell.

Atemübungen. Legen Sie sich auf den Rücken, atmen Sie 3 Sekunden lang so tief wie möglich ein, halten Sie 3 Sekunden die Luft an und atmen Sie diese dann langsam über 6 Sekunden aus. Wiederholen Sie diese Atmung mehrere Male.

Krafttraining. Lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten beraten, welches Krafttraining gut gegen Trichterbrust ist. In der Regel sind dies Übungen, die auf Schultern, Brust und oberen Rücken zielen. Manche Übungen müssen gemieden werden, weil sie die Trichterbrust verstärken. Dazu gehören z. B. bestimmte Brustübungen wie der klassische "Butterfly".

Blasmusik. Lernen Sie ein Blasinstrument spielen! Ob Trompete oder Querflöte, das Erlernen und regelmäßige Spielen eines Blasinstruments verbessert Koordination und Funktion der Atemmuskulatur.Private Internetseite eines Betroffenen aus Herdwangen-Schönach: Mit nützlichen und übersichtlichen Informationen.

Wirbelbrüche

Wirbelbruch (Wirbelkörperbruch, Wirbelkörperfraktur): Bruch eines Wirbelteils (Wirbelkörper, Dornfortsatz, Wirbelbogen), häufig als pathologische Fraktur nach Bagatellunfällen oder spontan, bei starker Osteoporose oder Krebsmetastasen in der Wirbelsäule. Seltener als unfallbedingte Verletzung durch starke, direkte (z. B. Sturz, Anprall) oder indirekte Gewalteinwirkung (z. B. Stauchung, Überstreckung). Die Beschwerden reichen je nach Lage und Ausmaß des Wirbelbruchs von einem Verlust der Körperhöhe über Schmerzen bis hin zu Gefühlsstörungen und Lähmungen.

Stabile Brüche, wie sie oft bei Osteoporose auftreten, heilen meist unter konservativer Therapie innerhalb von 2–3 Monaten, eventuell unterstützt durch eine Korsettbehandlung. Instabile Brüche gefährden das Rückenmark und erfordern deshalb eine rasche Operation, häufig mit Versteifung des betroffenen Wirbelsegments (Spondylodese).

Symptome und Leitbeschwerden

  • Mäßige bis stärkste Schmerzen auf Höhe des Bruchs, eventuell mit Ausstrahlung in die Rippen oder die Lendengegend
  • Gefühlsstörungen und/oder Teillähmungen als Hinweis auf eine Rückenmarkverletzung
  • Rascher Verlust der Körpergröße um mehrere Zentimeter als Hinweis auf Osteoporosebrüche.

Wann zum Arzt

Innerhalb weniger Tage bei

  • neu aufgetretenen Rückenschmerzen im höheren Alter, v. a. bei bekannter Osteoporose sowie bei anhaltender Taubheit in Arm oder Bein.

Sofort bei

  • starken Rückenschmerzen nach einem Unfall, stärkerem Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen, im Zweifel liegend mit Krankentransport.

Die Erkrankung

Wirbelbrüche kommen vor allem an der Brust- und Lendenwirbelsäule vor und betreffen häufig nur einen Wirbelkörper. Die ausgelösten Beschwerden, die erforderliche Therapie und die Prognose von Wirbelbrüchen hängen davon ab, ob es sich um stabile oder instabile Formen handelt.

Stabile Wirbelbrüche

Bei stabilen Wirbelbrüchen sind die Wirbel zwar manchmal an der Vorderkante zusammengepresst (komprimiert), die Hinterkanten jedoch intakt, und damit das Gesamtgefüge stabil. Der Wirbelkanal mit dem darin verlaufenden Rückenmark ist nicht eingeengt und auch nicht von einer Einengung bedroht. In diese Gruppe gehören meist Osteoporosebrüche, die spontan oder nach kleinen Unfällen und Belastungen auftreten. Längerfristig führen die einwirkenden Kräfte (z. B. aufgrund des Körpergewichts) oft zu einer keilartigen Verformung des betroffenen Wirbelkörpers, der dadurch an seiner Vorderseite deutlich an Höhe verliert. Sind mehrere Wirbel betroffen, entwickelt sich ein Rundrücken, bei stärkerer Ausprägung ein sichtbarer "Witwenbuckel", der oft mit starken Schmerzen verbunden ist. Typischerweise verursachen die ersten Wirbeleinbrüche meist wenige Beschwerden und bleiben deshalb häufig unerkannt. Dass dadurch die erforderlichen therapeutischen und v. a. vorbeugenden Maßnahmen ausbleiben, bedeutet eine große Gefahr, da das Risiko für weitere Wirbeleinbrüche bereits nach dem ersten Ereignis um das Vier- bis Fünffache steigt.

Instabile Wirbelbrüche

Bei instabilen Wirbelbrüchen ist auch die Wirbelhinterkante zerstört. Häufig entstehen bewegliche Bruchstücke, die das Rückenmark bedrängen oder verletzen. Ursache ist meist ein Unfall mit starker Gewalteinwirkung, z. B. ein Treppensturz, ein Sturz vom Pferd oder ein Sprung in seichtes Wasser; dabei sind die Lenden- und Brustwirbelsäule mit je 45 % häufiger betroffen als die Halswirbelsäule mit 10 %. Je nach Ausmaß und Höhe der Schädigung drohen unterschiedliche Formen der Querschnittlähmung. Drohende Lähmungen lassen sich durch eine Operation verhindern; bereits eingetretene Lähmungen können jedoch kaum rückgängig gemacht werden, da der Schaden an den Nerven meist irreparabel ist.

Diagnosesicherung

Nach Unfällen untersucht der Arzt die Wirbelsäule und sucht nach Gefühlsstörungen oder Lähmungen an Armen und Beinen. Röntgenaufnahmen in 2 Ebenen beweisen einen vermuteten Bruch; zur weiteren Beurteilung ist meistens ein CT oder Kernspin erforderlich.

Behandlung

Konservative Behandlung

Stabile Brüche lassen sich mit folgenden Maßnahmen meist konservativ gut behandeln:

  • Schonung und Schmerztherapie. Basistherapie ist eine weitgehende Bettruhe von einigen Tagen, die bei Bedarf durch die Gabe von Schmerzmitteln, z. B. NSAR, oder von Kalzitonin, z. B. Osteos® erleichtert wird.
  • Krankengymnastik. Bereits während der Bettruhe stehen die Patienten mit Unterstützung durch Krankengymnasten und Brustkorsett kurzzeitig auf. Für das notwendige Training der Rückenmuskulatur sorgen Anspannungsübungen im Liegen, isometrische Übungen.
  • Rückenschule. In den folgenden Tagen und Wochen lernen die Betroffenen rückengerechte Verhaltensweisen, ähnlich einer Rückenschule. Dies geschieht zunächst im Krankenhaus, nach 2–4 Wochen ambulant.
  • Brustkorsett und Halskrause. Bei Brüchen am Übergang von der Brust- zur Lendenwirbelsäule empfiehlt sich das Tragen eines Korsetts für 6–8 Wochen, um eine Fehlstellung zu verhindern. Patienten mit Halswirbelbrüchen erhalten meist für 6–12 Wochen eine Zervikalstütze ("Halskrause").

Operative Behandlung

Stabile Brüche erfordern nur dann eine operative Behandlung, wenn sie mit hartnäckigen Schmerzen verbunden sind – ein häufiges Problem bei osteoporotischen Brüchen mit Verformung des Wirbelkörpers. Bei instabilen Wirbelbrüchen ist dagegen immer eine sofortige Operation erforderlich, auch wenn (noch) keine Zeichen einer Rückenmarkverletzung bestehen.

Versteifungsoperation (Spondylodese). Bei diesem klassischen Verfahren überbrückt der Operateur die instabilen Segmente mit Metallstangen, Schrauben oder Metallkäfigen und korrigiert so bestehende Einengungen des Wirbelkanals. Nach der Operation ist nur für wenige Tage Bettruhe erforderlich, da die Implantate während der Heilungsphase genügend Stabilität für Alltagsbelastungen geben. Deshalb wird auch, zumindest im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule, meist auf eine zusätzliche Korsettbehandlung verzichtet. Bei operierten Halswirbelbrüchen dagegen verordnet der Arzt oft für einige Wochen eine Zervikalstütze. An den Klinikaufenthalt von etwa einer Woche Dauer schließt sich eine mehrwöchige Rehabilitation in einem spezialisierten Zentrum an. Die versteiften Segmente heilen innerhalb von 6–9 Monaten. Die Metallimplantate verbleiben in der Regel ein Jahr im Körper, in Einzelfällen auch lebenslang.

Vertebroplastik und Kyphoplastik. Diese minimal-invasiven, unter Röntgenkontrolle vorgenommenen Verfahren bieten sich insbesondere bei frischen oder stabilen Wirbelbrüchen als Alternative zur Versteifungsoperation an. Sie haben zum Ziel, den erweichten und zusammengesackten Wirbelkörper durch Einspritzen von flüssigem Knochenzement zu stabilisieren und damit ein Fortschreiten der Wirbelverformung zu verhindern.

  • Das Einspritzen des Zements, die sogenannte Vertebroplastik, erfolgt mit hohem Druck durch eine Hohlnadel. Dieses Verfahren ist prinzipiell unter lokaler Betäubung möglich.
  • Bei der Kyphoplastik bläst der Operateur den Wirbel vor dem Einspritzen des Zements zusätzlich mit einem Ballon auf seine ursprüngliche Höhe auf. Bei einer Kyphoplastik ist eine Vollnarkose erforderlich.

Der Knochenzement härtet rasch und macht die Wirbelsäule sofort nach Abschluss der Operation belastbar. Der Patient bleibt nur wenige Tage in der Klinik und benötigt anschließend keine spezielle Rehabilitation. Meist führt die Stabilisierung zu einer deutlichen Verringerung der Schmerzen. Das Einspritzen von Zement birgt allerdings Risiken: Zum einen kann der Zement durch den hohen Druck beim Einbringen in Wirbelkanal und/oder Blutgefäße geraten und zu einer Zementembolie, d. h. zu einem Gefäßverschluss durch Zement, führen. Außerdem drohen durch den sehr harten und unelastischen Zement Brüche in benachbarten Teilen der eigentlich beweglichen Wirbelsäule (sogenannte Anschlussfrakturen). Um diese Risiken zu minimieren, wurden und werden alternative Materialien zum Einbringen in den Wirbelkörper entwickelt. Beispiele dafür sind die Elastoplastie und die Vesselplastie.

  • Bei der Elastoplastie spritzt der Operateur nicht Zement, sondern Silikon in den gebrochenen Wirbel. Die Ergebnisse bei Wirbelbrüchen durch Osteoporose sind bisher sehr gut, etwa 90 % der Patienten sind danach schmerzfrei. Eine abschließende Beurteilung der Methode steht jedoch noch aus.
  • Bei der Vesselplastie bringt der Operateur über die Hohlnadel zunächst eine Art feinmaschigen Container aus PET in den Wirbelkörper ein, um diesen aufzurichten. Danach wird Zement in den Container eingespritzt. Der PET-Container korrigiert die Wirbelhöhe und verhindert, dass der eingespritzte Zement in den Wirbelkanal austritt und zu Komplikationen führt. Der Container bleibt auf Dauer im Wirbelkörper liegen – im Gegensatz zum Ballon, der bei der Kyphoplastik zum Aufrichten des Wirbelkörpers verwendet und nach dem Eingriff wieder entfernt wird.

Prognose

Ein stabiler Wirbelbruch an Brust- oder Lendenwirbelsäule heilt unter einer konservativen Therapie normalerweise innerhalb mehrerer Wochen aus, das Tragen eines Korsetts wird meist für etwa 6–8 Wochen empfohlen. Bei stabilen Halswirbelbrüchen dauert es bis zu 3 Monate, bis die Halswirbelsäule wieder voll belastbar ist.

Wie schnell und mit welchen Folgen operierte instabile Wirbelbrüche ausheilen, hängt ganz von Ausmaß, Lokalisation und Komplikationen ab. Wurden Nerven erheblich verletzt, drohen im schlimmsten Fall Lähmungen bis zur Querschnittlähmung. Die Knochenheilung selbst dauert bis zu 9 Monate, eingepflanzte Schrauben und Platten werden – sofern sie nicht lebenslang im Körper bleiben sollen – meist nach etwa einem Jahr entfernt.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Konsequent auf rückengerechte Verhaltensweisen zu achten, ist eine wichtige Voraussetzung für die Ausheilung von – operierten wie konservativ behandelten – Wirbelbrüchen.

Krankengymnastik. Bleiben Sie am Ball und trainieren Sie weiter, auch wenn die schlimmsten Beschwerden überstanden sind. Auch nach dem Ausheilen profitiert Ihre Wirbelsäule, wenn die Rückenmuskulatur gut ausgebildet ist.

Rückenschule. Die Anleitung zur Selbsthilfe will neben gymnastischen Übungen zur Stärkung der Muskulatur und der Beweglichkeit auch Wissen zu rückenschonendem Verhalten vermitteln. Krankenkassen, Krankengymnasten und Rehabilitationskliniken bieten hierzu Kurse an, deren Kosten häufig die Krankenkasse übernimmt. Die Rückenschule ist jedoch nur dann hilfreich, wenn der Betroffene die erlernten Techniken in Eigenregie in seinem Alltag einsetzt.

Bewegung. Nach dem Ausheilen eines Wirbelbruchs ist es wichtig, den Rücken wieder insgesamt zu stärken und die Muskulatur zu trainieren.

  • Gehen Sie möglichst zu Fuß oder benutzen Sie das Fahrrad. Ziehen Sie die Treppe dem Lift oder der Rolltreppe vor.
  • Machen Sie Sport. Rückenschonende und die Rumpfmuskulatur trainierende Sportarten sind Schwimmen, Aquajogging, Radfahren, Nordic Walking, Skilanglauf. Achten Sie dabei auf eine gute Ausrüstung (Laufschuhe).
  • Beginnen Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein Krafttraining im Fitnessstudio, wenn Ihnen diese Art Sport liegt. Unter kompetenter Betreuung lässt sich damit gezielt Muskulatur aufbauen, die den Rücken stärkt.
  • Wenn Sie beruflich viel im Auto sitzen, leisten Sie sich einen guten Autositz und nutzen Sie die Pausen zum Umhergehen, zum Recken und Strecken.
  • Wenn Sie im Büro tätig sind, erledigen Sie möglichst viel im Stehen oder Gehen. Insbesondere bei Stress sind solche Bewegungspausen wichtig, um eine Anspannung der Nacken- und Rückenmuskulatur zu verhindern. Ändern Sie beim Sitzen regelmäßig Ihre Position, abwechselnd leicht vorgeneigt, aufrecht und zurückgelehnt.

Osteoporose vorbeugen. Vorsorge ist besser als Nachsorge: Osteoporosebedingte Wirbelbrüche lassen sich am ehesten durch eine frühzeitige Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose verhindern.

Komplementärmedizin

Zur Linderung der Schmerzen sowie zur Unterstützung des Heilungsprozesses wird bei Wirbelbrüchen als komplementärmedizinische Maßnahme u. a. die Akupunktur angewendet.

Wirbelsäuleninfektionen

Wirbelsäuleninfektionen: Meist durch Bakterien ausgelöste Entzündung der Wirbelkörper (Spondylitis) und der Bandscheiben (Spondylodiszitis). Die Erreger gelangen entweder von einem Infektionsherd im Körper über das Blut in die Wirbelsäule (z. B. bei einer Tuberkuloseinfektion), oder sie werden bei einer offenen Verletzung oder durch einen ärztlichen Eingriff von außen übertragen (z. B. bei wirbelsäulennahen Injektionen oder Operationen). Bemerkbar machen sich Infektionen der Wirbelsäule durch lokale Schmerzen, Schonhaltung und Entzündungszeichen wie Nachtschweiß und Fieber. Je nach Ausdehnung der Infektion reicht die Therapie von mehrwöchiger, antibiotischer Behandlung im Krankenhaus bis zur Operation. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose gut, insbesondere bei Kindern.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Lokale, meist dumpfe und bohrende Schmerzen im Rücken, auch nachts
  • Berührungs- und Druckempfindlichkeit über dem betroffenen Wirbel
  • Schmerzen beim Nach-vorne-Beugen, steife Körperhaltung (Schonhaltung)
  • Nachtschweiß, Müdigkeit und Fieber
  • Selten: Lähmungen und Gefühlsstörungen, wenn das Rückenmark mitbetroffen ist
  • In der Spätphase Ausbildung eines spitzwinkligen Buckels (Gibbus) durch Zerstörung des betroffenen Wirbelkörpers.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen bei

  • nächtlichen Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen
  • Ausbildungen von Missempfindungen oder Gefühlsstörungen.

Am gleichen Tag

  • wenn Lähmungen auftreten.

Die Erkrankung

Ursachen und Risikofaktoren

Wirbelsäuleninfektionen werden vor allem durch Bakterien, seltener durch Pilze oder Parasiten ausgelöst. Die Krankheitserreger gelangen über zwei Wege in die Wirbelsäule:

  • Von innen über den Blutweg aus einem Infektionsherd, der sich an beliebiger Stelle im Körper befinden kann. In den Industrienationen handelt es sich dabei meist um eine zunächst unerkannte Blutvergiftung, z. B. aufgrund von Magen-Darm-Infekten oder einer Blasenentzündung. In den Entwicklungsländern ist vor allem die Tuberkulose Ursache einer Wirbelsäuleninfektion.
  • Von außen über eine offene Verletzung oder durch einen ärztlichen Eingriff (Injektionen oder Operationen) im Bereich der Wirbelsäule.

Besonders gefährdet für Wirbelsäuleninfektionen sind Menschen, deren Immunsystem beeinträchtigt ist, z. B. aufgrund von Diabetes, Alkoholabhängigkeit, Tumorerkrankungen, HIV-Infektion, Mangelernährung oder langfristiger Behandlung mit Kortisonpräparaten oder Zytostatika.

Verlauf

Die Entzündung beginnt meist in den Wirbelkörpern und setzt sich dann auf die Bandscheibe fort, oft greift sie auch auf benachbarte Weichteilgewebe über. Die entzündlichen Veränderungen führen zu nächtlichen Ruheschmerzen. Die Patienten zeigen oft allgemeine Anzeichen einer Infektion wie Fieber, Schüttelfrost und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Langfristig kann es zu einem deutlichen Gewichtsverlust kommen. Ohne Behandlung führt die Zerstörung der Wirbel zu Knickbildungen in der Wirbelsäule, es entsteht beispielsweise ein Buckel (Gibbus), durch den der Patient nach vorne gebeugt steht und geht. Greift die Entzündung auf Nervenstrukturen über, drohen Gefühlsstörungen und Lähmungen. Bei weit fortgeschrittener Erkrankung breitet sich die Infektion gelegentlich auch in den Brust- oder Bauchraum aus.

Diagnosesicherung

Weisen die Beschwerden auf eine Infektion der Wirbelsäule hin, sucht der Arzt zunächst im Blut nach Entzündungszeichen, bei Fieber zusätzlich nach Bakterien. Kernspin und Knochenszintigrafie machen die Entzündungs- und Zerstörungsprozesse im Knochen und den Weichteilen sichtbar. Selten ist zur Diagnosesicherung eine Gewebeentnahme (Biopsie) erforderlich.

Differenzialdiagnosen. Ähnliche Beschwerden werden durch Tumoren in der Wirbelsäule oder rheumatische Erkrankungen wie z. B. den Morbus Bechterew verursacht. Wichtig ist bei einer Wirbelsäuleninfektion immer der Ausschluss einer Tuberkulose.

Behandlung

Grundpfeiler der Behandlung sind die Ruhigstellung der Wirbelsäule und die antibiotische Therapie (in den seltenen Fällen, in denen die Infektion durch andere Erreger wie Pilze oder Parasiten ausgelöst wurde, stattdessen mit den jeweils passenden Wirkstoffen wie z. B. Antipilzmitteln).

Ruhigstellung (Immobilisation). Damit die betroffenen Wirbelkörper durch die entzündlichen Veränderungen nicht zusammenbrechen und die Entzündung ausheilen kann, muss die Wirbelsäule unbedingt ruhiggestellt werden. Das geschieht mit speziellen Orthesen oder Gipsschalen. Je nach Ausmaß der Knochenveränderungen muss der Patient auch eine mehrwöchige Bettruhe einhalten.

Schmerztherapie. Gegen die oft heftigen Schmerzen und zum Eindämmen der Entzündung verordnet der Arzt Paracetamol (z. B. ben-u-ron®) oder Ibuprofen (z. B. Nurofen®).

Antibiotika. Zur Behandlung einer bakteriellen Infektion erhält der Patient über 2 bis 4 Wochen eine Infusionsbehandlung mit hoch dosierten Antibiotika (bzw. Antipilzmittel bei einer Pilzinfektion). Zunächst verordnet der Arzt ein breit wirkendes Antibiotikum, das gegen die häufigsten Erreger einer Wirbelsäuleninfektion wirkt. Sobald der verantwortliche Keim im Blut oder in der Gewebeprobe nachgewiesen wurde, wird die antibiotische Therapie an diesen Erreger angepasst. Eine anschließende Behandlung mit Tabletten ist so lange erforderlich, bis die Entzündungswerte im Blut wieder normal sind – in der Regel dauert dies mehrere Monate. Meist heilt die Infektion ohne bleibende Schäden aus.

Operative Behandlung. Wenn die antibiotische Therapie keine ausreichende Wirkung zeigt, Abszesse in benachbarten Weichteilen entstehen oder die Wirbelsäule ihre Stabilität verliert, muss die Infektion operativ behandelt werden. Dabei legt der Operateur den betroffenen Wirbelkörper meist von vorne frei (der Patient liegt auf dem Rücken), entfernt das kranke Gewebe, spült den Eiter aus und versteift im Bedarfsfall die zerstörten Wirbelsäulenabschnitte (Spondylodese).

Prognose

Das Ausheilen von Wirbelsäuleninfektionen ist langwierig, meist dauert es Monate, bis die Erreger aus Knochen und Bandscheibe verschwunden sind und die Entzündung eingedämmt ist. In seltenen Fällen kann es sogar nach Jahren wieder zu einem Aufflammen des entzündlichen Geschehens kommen. Die Prognose bei Kindern ist in der Regel günstig, bei ihnen heilen Wirbelsäuleninfektionen meist folgenlos aus.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Medikamenteneinnahme. Nehmen Sie die Ihnen verschriebene antibiotische Therapie unbedingt wie verordnet regelmäßig ein – auch wenn die Beschwerden schon verschwunden sind. Wirbelsäuleninfektionen sind hartnäckig und benötigen eine lange Zeit, bis die Entzündung tatsächlich eingedämmt und die Erreger eliminiert sind.

Bettruhe. Um auszuheilen, benötigt der Körper unbedingt Ruhe. Halten Sie, wenn verordnet, die Bettruhe ein.

Nachkontrollen. Von einer endgültigen Heilung kann frühestens nach einigen Monaten bis zu einem Jahr gesprochen werden. Nehmen Sie die erforderlichen Nachkontrollen wahr, damit Ihr Arzt den Verlauf Ihrer Erkrankung im Blick behält und eventuelle Komplikationen rechtzeitig erkennen und behandeln kann.


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